Wie lange läuft eigentlich die eine oder andere Suunto Spartan im Vergleich zu einer Ambit3 Peak (was die Batterielaufzeit angeht)?

Der Frage wollte ich nachgehen, wo wieder einmal die 24 Stunden Burgenland Extrem – etwa 120 km rund um den Neusiedler See – am Programm standen.

Etwas anders ist die Erfahrung, was den “Uhren”-Teil von Uhren und Touren angeht, schlussendlich ausgegangen. Beim Blick auf das Thema Batterielaufzeit gab es nämlich ein paar Probleme.

Dafür allerdings stellte sich heraus, dass das alles ein guter Anlass war, um einmal ernsthaft über meinen aktuellen Eindruck vom Wettbewerb Ambit3 Peak gegen Suunto Spartan nachzudenken…

Die Tour

Zuerst muss einmal eine Seltsamkeit der Aufzeichnung klar sein:

Ich bin dieses Jahr gleich von meiner Haustüre los, auf ein wenig anderen Wegen als normal, nach Oggau zum Start der 24 Stunden Burgenland gelaufen, dann mit den Teilnehmern auf der üblichen Strecke bis nach Neusiedl.

Das Timing war dadurch eine spezielle Sache, weil ich sicher vor dem Start in Oggau angekommen sein wollte.

Resultat war, dass ich ziemlich genau 1,5 Stunden in Oggau auf den Start wartete, während denen die Aktivitätsaufzeichnung auf den Uhren pausiert war.

Ob diese Art der Pause allerdings denselben Energie-/Batterieverbrauch bedeutet, wie eine laufende Aufzeichnung oder vielleicht etwas weniger, das kann ich nicht so recht sagen – was diesen Test etwas unklare Ergebnisse liefern liess.

Batterielaufzeit Suunto Spartan versus Ambit3 Peak…

Schön wäre es, könnte ich einfach nur berichten, wie lange die jeweiligen Uhren bis zum Ende der Aufnahme durchhielten:

  • Suunto Spartan Sport WHR Baro: 7:03 Stunden aktive Aufzeichnung (über 51,86 km) + 1,5 Stunden pausiert
  • Ambit3 Peak: 11:12 Stunden an Aufnahme (79,75 km?), 1,5 Stunden pausiert (aber siehe unten)
  • Spartan Ultra: 12:25 Stunden an Aufnahme (87,42 km), 1,5 Stunden pausiert

Tatsächlich war alles noch ein wenig dümmer bzw. komplizierter…

Die Besonderheiten/Probleme

Suunto WHR Baro

Die Baro lief, ohne dass ich Navigation darauf aktiviert hätte, allerdings mit oHR-Pulsaufzeichnung aktiv, bestem GPS, keinerlei Energiesparoptionen, und Autolaps jeden Kilometer.

Irgendwann schaute ich dann eben darauf – normal hatte ich sie wegen des oHR unter meiner Jacke versteckt – und sie war ausgeschaltet und zeigte nur noch den “Bitte laden”-Bildschirm.

Suunto Ambit3 Peak

Die Ambit3 Peak hatte Navigation aktiv und ständig in Nutzung, HR-Aufzeichnung per Suunto-Pulsgurt, aber keine Autolaps. GPS natürlich im besten Modus, schliesslich war Navigation aktiv (und schaltet das auf jeden Fall so ein).

Das grosse Problem hier allerdings: Sie war nicht nur während meiner Wartezeit in Oggau auf Pause gestellt, sondern noch einmal für drei Stunden, später.

Navigation lief dabei, GPS war aktiv, nur eben die Aufnahme nicht.

Dementsprechend stimmt die oben angegebene Zahl an zurückgelegten/gemessenen Kilometern (wahrscheinlich) nicht; ein schöner Teil fehlt (zumindest auf dem Track). GPS war aber ständig aktiv, wegen der Navigation, das sollte also keinen (grossen) Einfluss auf die Batterielaufzeit gehabt haben.

Die Ambit zeigt wenigstens die ganze Zeit den Batterieindikator und, wenn sie unter 4% Batterie gefallen ist, dass die Aufnahme gespeichert wurde und die Uhr geladen werden muss.

Steckt man sie an eine Batterie an, kann man sofort wieder eine neue Aufnahme einschalten und weiter; das Kabel greift gut und kann zumindest beim raschen Gehen und ohne Gestrüpp einfach zur Batterie in der Jackentasche hängen.

So hatte ich das auch gemacht, nach ihrem Not-Aus noch einmal 3 Stunden, 18,5 km aufgezeichnet, und am Ende dieser Distanz war die Uhr dann fast wieder komplett aufgeladen.

Ärgern musste ich mich über die “pausierte” Aufnahme allerdings schon sehr; die Navigation aktiv und (gerade darum – man sieht ja, dass die Uhr etwas tut, dass GPS aktiv ist) die Aufzeichnung nicht eingeschaltet zu haben… das ist mir mittlerweile schon öfter passiert und lässt mich den (stark reduzierten, aber eben wenigstens ganz anderen) Pause-Screen der Spartan sehr schätzen.

Suunto Spartan Ultra

Die Suunto Spartan Ultra lief mit Navigation ständig aktiv, Pulsaufzeichnung per HR-Gurt, Autolaps jeden Kilometer, natürlich bestem GPS und keinen Energiesparoptionen.

Wie oben schon zu sehen gewesen war, aber vielleicht nicht aufgefallen war: Die SSU hielt damit mit 12:25 Stunden +1,5 Stunden um mehr als eine Stunde länger durch als die Ambit3 Peak!

Ich bin selbst etwas erstaunt davon; es könnte auch (mit) damit zusammenhängen, dass meine Ambit3 Peak doch schon etwas älter und mehr genutzt ist, als die SSU – aber die Spartan Ultra ist auch schon wieder 1,5 Jahre alt (die A3P wahrscheinlich 1-1,5 Jahre älter)…

Das Problem mit der/den Suunto Spartan:

Bei der Baro hatte ich gedacht, ich hätte eine Batteriewarnung übersehen. Mit der Spartan Ultra, die ich ober der Jacke trug und ständig wieder, zur Navigation, im Blick hatte, da wurde klar, dass es einfach keine Batteriewarnung gibt, bis sich die Uhr in den “Bitte laden”-Screen begibt (und mit der Aufzeichnung aufhört).

Bei einer Spartan müsste man noch dazu warten, bis sie wieder etwas mehr geladen ist, bis man wieder in das normale Uhrendisplay kommt und eine neue Aufzeichnung starten kann, während man weiter auflädt.

Das Kaum-Problem mit der Batterie

Fazit ist wohl, dass die Spartan Ultra wirklich nicht schlecht durchhält; die Ambit3 Peak kaum weniger (aber zumindest hier, doch); die Spartan WHR Baro nicht so sonderlich, wenn es um lange Events oder Wander-Tage geht.

Bei den Spartan hätte es genügt, hätte ich öfter mal auf das Display “getappt”, um die Batteriestand-Anzeige einzublenden; eine frühere Neuaufladung ist natürlich auch, was man normalerweise machen würde und womit das Fehlen einer “Low Battery”-Warnung wohl nicht so ein grosses Problem wäre.

(Ich wollte ja bloss wissen, wie lange die Uhren – nicht mittendrin weiter aufgeladen – durchhalten würden, also hatte ich bis zu deren “Ableben” gewartet.)

(Falls sich übrigens jetzt jemand wundert, woher ich eine komplette Aufzeichnung der Strecke und Zeit hatte: Ich war noch mit einer vierten Uhr unterwegs, die ich eben rechtzeitig an einen Batterie-Pack anschloss, bevor es mit ihr zu Ende ging.)

Ich hatte übrigens keine Probleme damit, eine Spartan zu tragen und gleichzeitig aufzuladen.

Man muss den Magneten natürlich erst einmal am richtigen Ort positionieren und kann dann keine oHR-Aufzeichnung mehr machen, aber ich fand das, locker genug, auch direkt am Handgelenk unproblematisch. (Navigation zu versuchen, während der Magnet den Kompass stört, das hatte ich allerdings vergessen auszuprobieren…)

Und, Suunto Spartan gegen Ambit3 Peak?

Was mir bei dieser Aktion in den Sinn gekommen, aber erst etwas später so richtig bewusst geworden war, dass war meine aktuelle Meinung zum Wettbewerb Ambit gegen Spartan.

Man kann noch immer davon ausgehen, dass die Ambit3 Peak zuverlässiger und stabiler sein wird; ab und an hört man von wirklich unangenehmen Problemen auf einer Spartan.

Dafür allerdings werden wohl maximal noch Bugfixes zur Ambit3 kommen, sollte noch einmal etwas Wesentliches auffallen – womit aber schon nicht mehr zu rechnen ist.

Was mir viel mehr auffiel, dass war die Freude an der Navigation auf der Spartan, das Einblenden von Uhrzeit und Batterie per Doppel-Tap auf das Display, überhaupt das (zugegeben, nicht immer so gut lesbare, wenn dann aber) um einiges schönere Display der Spartan, gerade auch bei der Navigation.

Die Navigation hier zeigt noch dazu – auch wenn die Namen der Waypoints leider noch immer nicht angezeigt werden, was wirklich sehr fehlt – das ETA und ETE zum nächsten Waypoint (und mehr…) an.

Herzfrequenzzonen sind auch noch, endlich, dazu gekommen und versprechen interessante Funktionen zum gut durchdachten Training…

Will sagen:

Es gibt an der Spartan-Serie noch immer einiges zu tun. Es wird aber auch einiges getan und entwickelt sich immer besser – und so, dass ich mittlerweile wesentlich öfter und lieber zu einer Spartan als zur Ambit greife.

Natürlich, dass ist für mich leicht gesagt, gehöre ich doch zu den externen Testern für Suunto – aber auch wenn ich nur zum Spass hinausgehe, dann kommt mir ein Griff zur Ambit3 Peak (wenn ich nicht gerade Funktionen wie den Running Performance-Index brauche… was ich nie so brauche) mittlerweile doch wie ein Rückschritt vor.