Auf dem Weg über den Dachstein nach Hallstatt hatte ich, wie erwähnt, sehr gerne die Routennavigation aktiv, um den jeweiligen Trails gut folgen zu können.

Zwischen der Suunto 9 am linken Handgelenk und der Suunto Spartan Ultra am rechten war der tatsächliche Weg so gut wie immer gut zu finden: Ziemlich exakt zwischen den Positionen, die die Uhren jeweils anzeigten; leicht zu weit links auf der Suunto 9, leicht zu weit rechts auf der Spartan Ultra.

Auf den schlussendlichen Tracks sieht man allerdings, wie unterschiedlich Suunto 9, Suunto Spartan Ultra und Ambit3 Peak die Wege aufgezeichnet hatten. Das allerdings aus verschiedenen Gründen…

Klarer(?) Unterschied: GPS Einstellungen

Natürlich sollten GPS-Aufzeichnungen ein wenig unterschiedlich werden, wenn Spartan Ultra bzw. Suunto 9 Baro in “bester” GPS-Einstellung laufen, die Ambit 3 Peak nur in “Gut”.

Gegen Ende der Tour hatte ich die Spartan Ultra in “gutes” GPS umstellen müssen, weil es mit ihrer Batterie zur Neige ging; ganz bis zum Schluss hat sie dann auch nicht durchgehalten.

Betrachtet man die GPS-Tracks, dann findet man allerdings, dass diese unterschiedlichen Einstellungen gar keinen so grossen Einfluss hatten.

Sichtbarkeit und “Sicht” von GPS

Die Tracks sind stets ähnlich, und sie sind immer unterschiedlich. Der tatsächlich grössere Einfluss in der normalen Nutzung (und bei diesen Einstellungen!) ist eher, in welche Richtung eine Uhr zeigt, wie gut sie dadurch wie viele GPS-Satelliten “sieht” und was das für eine Auswirkung hat.

Kommen dann noch unterschiedliche Algorithmen, was als echtes GPS-Signal und was als Fehler aufgezeichnet bzw. vernachlässigt wird, dann kommen schnell Unterschiede zustande.

Gerade in den Bergen, wo GPS-Signale immer wieder an Felswänden reflektiert bei der Uhr ankommen (genau so, wie in Städten – darum sind Aufzeichnungen in engen Gassen wie in Florenz oder Stadtzentren voller Hochhausschluchten besonders interessant und problematisch) und wo die Wege in steilen Kurven verlaufen, da gehen die GPS-Tracks – wie hier – stark auseinander.

Die Sache mit der Schlafpause

Ganz bewusst wollte ich ausprobieren, was so passieren würde, wenn ich die Aufzeichnung auf den Uhren während des Schlafens einfach pausiere.

Ambit 3 Peak auf Pause

Auf der Ambit3 Peak war das Resultat eine “GPS-Blume”, wie manche das nennen, schon aus der Zeit bevor bzw. nachdem ich die Uhr in/aus der Pause gebracht, mich aber nicht bewegt, hatte.

Ambit 3 Peak "GPS Flower": Track points  wrongly recorded  while stopped
Ambit 3 Peak “GPS Flower”: Track points wrongly recorded while stopped

Für die Batterie schien die Pause keinen so grossen Unterschied gemacht zu haben. Es wäre sicherlich dennoch besser gewesen, entweder die Tracks zu trennen (also eine Aufzeichnung komplett zu beenden und am nächsten Morgen eine neue zu starten) oder für die Zeit der Pause in einen anderen Sportmodus ganz ohne GPS-Nutzung umzuschalten.

Suunto Spartan Ultra

Bei der Spartan Ultra wäre eine solche Alternative zur einfachen Pause definitiv empfehlenswert gewesen.

Der Batterieverbrauch während der pausierten Aufzeichnung war hoch genug, dass der Batteriestand nicht so lange danach etwas niedrig wurde. Ich schaltete dann in “Gutes” GPS um, und dennoch reichte der Strom nicht mehr bis ganz zum Ende der Tour aus.

Suunto 9

Bei der Suunto 9 merkt man selbst durch eine solche (leicht seltsame) Nutzung, wie sehr Suunto hier an der Batterie gearbeitet hat.

Selbst hier ist ein Umstellen auf einen Modus ohne GPS (oder das komplette Ausschalten der Aufzeichnung) sicher besser, aber die Suunto 9 Baro hatte mit der Pause keine wirklichen Probleme.

Es war auch am Schluss der Tour noch (lange) keine Warnung – wie sie diese Uhr ausgeben würde, wenn die Batterieladung niedrig wird, zusammen mit dem Vorschlag, in einen sparsameren Batterie-/GPS-Modus umzuschalten – zu vernehmen.

Vergleichsdaten

Der Vergleich einiger aufgezeichneter Daten zeigt dann auch, wie einiges ganz okay ist (z.B. die Unterschiede in der Höhenaufzeichnung), anderes ein Problem…

Vergleichsdaten, Suunto 9, Suunto Spartan Ultra, Ambit 3 Peak
Vergleichsdaten, Suunto 9, Suunto Spartan Ultra, Ambit 3 Peak

Die 30 Minuten mehr auf der Ambit 3 Peak (die ich sie nicht pausiert hatte), die alleine machen schon einigen Unterschied z.B. in der aufgezeichneten Distanz aus. Dazu dann noch verschiedene Algorithmen – und seltsam ist dennoch, dass die von der Ambit nicht aufgezeichnete Wegstrecke die Distanz nicht wesentlich verkürzt hat…

Fehlende Strecke auf der Ambit 3 Peak
Fehlende Strecke auf der Ambit 3 Peak

Seltsam ist diese allerdings ohnehin: Ich dachte, ich hätte darauf vergessen gehabt, die Ambit3 nach einer Pause wieder weiter aufzeichnen zu lassen.

Man sieht allerdings, dass Zeit und Höhenprofil weiter aufgenommen wurden, die Strecke jedoch nicht. Hier hat also die Ambit 3 Peak, die viele immer noch für die unschlagbare Suunto-Uhr halten, ernsthaft versagt!

Grund: Völlig unbekannt; keine Ahnung.

Höhenprofil

Höhenaufzeichnungen von der Strecke (vor der Schlafpause)

Bei den Höhenaufzeichnungen zeigt sich auch wieder, dass gewisse Unterschiede stets vorkommen, mit denen man leben muss. Schrecklich waren diese aber nicht gerade.

Höhenaufzeichnungen von der Strecke (nach der Schlafpause)

Höhenaufzeichnungen von der Strecke (nach der Schlafpause)

Das Profil nach der Schlafpause zeigt schön, wo ich die Uhren ein zweites Mal auf Pause geschaltet hatte (um meine RX100 suchen zu gehen…) und wie/dass die Aufzeichnung auch auf der Ambit 3 Peak bis zum Schluss weiter ging – auch dort, wo die GPS-Aufzeichnung ausgesetzt hat.

Worte zum Schluss…

Alles in allem würde ich (wieder einmal) jenes Fazit ziehen:

Perfekt sind wir alle nicht, perfekt ist auch die Technologie nicht. Man kann sich einigermassen darauf verlassen, aber nicht völlig. Auf jeden Fall kann man mit ihrer Hilfe aber durchaus schöne Hinweise und Unterstützungen von Training und Erfahrungsreichtum erwerben.

Und schlussendlich geht es nicht um perfekte Datenaufzeichnung, sondern sichere Touren und schöne Erlebnisse.