Die Casio G-Shock GBD-H1000 (G-Shock Move, G-Squad HR) ist die erste Sportuhr der Marke mit GPS und oHR (optischem Herzfrequenzsensor) – alles im bekannten Stil von G-Shock.

Diese Kombination macht die Uhr zu einer sehr speziellen Sache…

Zwei verschiedene Gruppen könnten sich von der G-Shock Move angesprochen fühlen: Fans von G-Shock mit Interesse an Sport- und Trainingsfunktionen einerseits und andererseits Sport- und Fitness-Enthusiasten.

Eine G-Shock für Sportler?

Für die Sportler ist die GBD-H1000 ein etwas seltsamer Vorschlag.

Die meisten Sport- und Outdoor-Uhren (ebenso wie Smartwatches, selbst wenn sie für Sporteinsätze gedacht sind) sind eher klein gehalten.

Schon Gehäusegrössen und -gewichte wie jene der Suunto 7 oder Suunto 9 werden als zu gross und zu schwer bemängelt.

Das Design hat sich auch hin zu klaren Linien entwickelt, die eher wenig auffällig sind; eine der wenigen Uhren, die anders gestaltet wurden, ist zum Beispiel die Garmin Instinct – die auch gleich als die Casio-Uhr von Garmin bezeichnet wurde.

Casio eben ist grossteils bei monochromen LCD-Displays geblieben (oder Kombinationen von analogem Ziffernblatt und LCD), ebenso wie bei Designs, die auffällig und klar als Casio-Designs erkennbar sind.

Die G-Shock Uhren, insbesondere, setzen ihre Tradition von Uhren, die schwer und klobig gebaut – und damit hart im Nehmen – sind ohne viele Kompromisse fort.

So auch die GBD-H1000.

Sie mag eine Sportuhr mit GPS und oHR sein, aber sie ist absolut auch eine G-Shock.

G-Shock Erbe und Evolution

Für Nutzer von Sport-/Outdooruhren sollte die G-Shock Move gar nicht so gross erscheinen; ihr Gehäuse ist im Wesentlichen so gross im Durchmesser wie eine Suunto 7 oder 9.

In Dicke und Gewicht allerdings ist sie grösser; eine unauffällige Uhr ist sie absolut nicht. Das Vorzeigedesign mit schwarzem Gehäuse und weissem Band mit fluoreszent-gelben Akzenten zieht Blicke ganz besonders auf sich.

Schon alleine Grösse und Gewicht werden diese Uhr für viele Sportler unattraktiv machen, das auffällige Design trägt noch seinen Teil hierzu bei.

Für Fans der Casio G-Shock ist die GBD-H1000 aus denselben Gründen, die andere abschrecken könnten, eine der spannendsten Entwicklungen in dieser Serie.

Die Uhr zeigt ihr G-Shock-Erbe mit Stolz.

Mit GPS und oHR für die Aufzeichnung sportlicher Daten, mit Firstbeat-Algorithmen zu deren Interpretation und zur Hilfe mit Trainingsempfehlungen und mit einer eigenen App um Daten zu speichern, absolvierte Laufstrecken zu sehen, weitere Einsichten zu bekommen und mehr, da bietet sie eine Funktionalität, wie keine G-Shock zuvor.

Sport-Funktionen

Würde ich diese Uhr vor anderen für die Workout-Aufzeichnung empfehlen?

Sicher nicht.

Und ein Teil der Gründe ist durchaus ihre Grösse und Gewicht: oHR-Messungen neigen dazu, auf schwereren Uhren schlechter zu funktionieren, weil diese durch ihr Gewicht stärker auf und ab schwingen und sich nicht so eng ans Handgelenk anschliessen lassen, dass sie das nicht mehr täten, aber auch nicht den Blutfluss stören.

Die Pulsdaten von einem optischen Herzfrequenzsensor sind allerdings ohnehin immer mit Vorsicht zu betrachten; die Daten von der GBD-H1000 schienen durchaus im richtigen Bereich zu liegen, wie jene von anderen, leichteren, Sportuhren.

Workout-Uhr

Erwähnenswert fand ich, dass diese Casio sehr auf Laufsport und teils Kraft-, eventuell HIIT-, Workouts fokussiert ist.

Sie hat einen eigenen Workout-Modus (um Sets zu zählen und zu timen, im Wesentlichen) unter den Standard-Modi, und noch dazu gibt es einen eigenen Lauf-Modus, der sogar seinen eigenen, prominenten Knopf zum Start besitzt.

Dieser “Run”-Knopf startet sofort die Suche nach GPS-Positionsdaten, die ganz schön lange brauchen, um einen Fix zu bekommen (und es gibt keinerlei Erwähnung einer Hilfsdatei, die bei einem Sync mit der App übertragen und bei der Positionsbestimmung helfen würde; es sah jedenfalls absolut nicht so aus, als ob es eine solche geben würde).

Das Problem mit den Daten

Die Daten sind grossteils in die G-Shock Move App gebunden; es gibt nur die Option, diese mit Strava und Google Fit zu verbinden, um Workout-Daten automatisch mit diesen Services zu synchronisieren.

Ich habe allerdings nur ein Training mit Strava synchronisiert bekommen (das könnte allerdings auch an der gleichzeitigen Nutzung mehrerer Uhren für Vergleichszwecke gelegen haben).

Erwähnen möchte ich das, weil es mir den Vergleich der Daten erschwert, weil ich keine z.B. GPS-Tracks aus der App exportieren kann. Sieht man sich die Daten in der App allerdings an, so sehen sie da jedenfalls ganz in Ordnung aus.

Spielen die Daten überhaupt eine grosse Rolle?

Alles in allem denke ich auch, dass ein verzweifelter Versuch, detaillierte Daten zu vergleichen und daraus Schlüsse über die GBD-H1000 zu ziehen ohnehin der falsche Ansatz ist.

Sie scheint ein ausreichend gutes Werkzeug für Lauf- und Krafttraining zu sein, wofür sie auch gedacht ist – und ohnehin würde wohl niemand sie wegen ihrer Fähigkeiten in diesem Bereich kaufen.

Funktionen und Seltsamkeiten

So geht es auch mit anderen Funktionen der GBD-H1000 weiter:

Die ABC-Sensoren auf der Uhr sind funktional und funktionieren genau so, wie bei Casio üblich, was ihre Modi angeht.

Das Menü wird oft als kompliziert und umständlich kritisiert, aber es ist grossteils ebenso Casio-üblich und jemandem, der solche Uhren schon hatte, schnell vertraut.

Die Solarladefunktion ist ein wenig gimmick-haft, aber wohl gut genug, um die Batterielebensdauer im Uhrenmodus, wo sie ohnehin nicht schlecht ist, noch um einiges zu verlängen (zumindest solange man nicht hunderte Benachrichtigungen am Tag bekommt oder diese einfach ausschaltet).

Das Problem der Benachrichtigungen

Das einzig wahre Smartwatch-mässige Feature (einmal abgesehen von Einstellungen und Synchronisierung per App) sind diese Benachrichtigungen, die etwas schlecht umgesetzt sind.

Zu viele davon kommen durch, selbst absolut unnütze (wie etwa wenn WhatsApp nach neuen Nachrichten sucht oder ein Download läuft) – aber solche Probleme habe ich mit vielen anderen Uhren auch gesehen.

Benachrichtigungen werden mit einem Pop-up am Haupt-Ziffernblatt ganz okay vermittelt, aber würde man sie mit etwas mehr Detail ansehen wollen, so müsste man sich bis zum letzten, untersten Modus im Hauptmenü durchdrücken – und es gibt nur die Richtung nach unten, kein nach oben.

Das Nicht-Problem der Probleme

Die Sache aber ist diese: Das alles sind durchaus doofe Probleme. Manchmal sind sie recht ärgerlich.

Darauf ankommen wird es aber auch nicht.

Wenn man sich von ihnen abgeschreckt fühlt, dann ist man wohl auf der Suche einfach nach der Uhr, die man für sich am besten findet, egal von welcher Marke – und dann ist man wohl nicht das Zielpublikum dieser Uhr.

Wie die GBD-H1000 interessant ist

Das Zielpublikum – und die potentiellen, nein sogar wahrscheinlichen, Käufer – dieser Uhr, das sind Fans von G-Shock.

Und die können mit der GBD-H1000 endlich eine G-Shock bekommen, die ihnen auch beim Sport von Nutzen sein wird, mehr als jede G-Shock zuvor.

Eine Uhr, mit der man an der Evolution von G-Shock teilnehmen kann, die Funktionen kombiniert, wie noch nie eine G-Shock vor ihr.

In dieser Hinsicht ist die GBD-H1000 cool und ein fantastischer Fortschritt.

Ich hoffe, dass da noch mehr kommt.