Kleine Änderungen können einen grossen Unterschied machen. Die kürzlich herausgekommenen Suunto 9 Baro und Suunto 7 Titanium fallen jedenfalls unter diese Kategorie.

Suunto Designs

Suunto ist schon länger zwischen “robuster” aussehenden Outdoor-Uhren und minimalistischeren, stylischen Uhren gependelt.

Die Ambit-Serie mit ihrer “Nase” ist inzwischen zu einem geliebten Modell geworden, das viele als beste Suunto jemals preisen, aber sie war für ihr Aussehen (und mangelnden Tragekomfort für so manche Person) lange getadelt worden.

Die Spartan-Serie hatte grossteils ein klares Design.

Die Suunto 9 war oft wieder rauher im Aussehen, und die Suunto 7 ist diesen Designideen grossteils gefolgt. Die Lünetten dieser Uhren waren weiter so designt, dass sie an das Suunto-Erbe in Kompassen erinnern sollten, mit hervorstehenden Teilen in den vier Hauptrichtungen.

Und jetzt, Titan

Die neu herausgekommenen Titanversionen haben nicht einfach nur Titan-Lünetten. Das ist natürlich, in Anbetracht des Namens, klar, aber schon einer Erwähnung wert, war dieses Material doch bislang nur für Sondereditionen genutzt worden.

Die Titanlünetten sind zudem auch zu einem ganz klaren, minimalistisch reduzierten Look geschwenkt.

Natürlich ist das keine so grosse Änderung, dass jemand mit einer Suunto 9 Baro oder Suunto 7 jetzt ein neues Titan-Modell kaufen sollte.

Auf die Probe gestellt

Die Änderung ist nur aussen, kosmetisch – umso mehr aber wollte ich einen Blick darauf werfen, wie sie sich in der Praxis bemerkbar machen würde.

Suunto war so nett, mir eine Möglichkeit dazu zu geben, in Form einer Suunto 7 in Stone Gray Titanium… und ich muss sagen, so nahe diese auch der “Graphite”-Version dieser Uhr ist, die ich mir selbst gekauft hatte, so mag ich sie doch sehr.

Farboptionen in Titan

Die Farben der Titan-Modelle sind material-inspiriert (Kohle-Schwarz und Granit-Blau bei der Suunto 9 Titan; Mattschwarz und Steingrau bei der Suunto 7 Titan).

Das relativ helle Stone Gray passt sehr gut zu Outdoor/Sport wie auch in einen formelleren Kontext.

Die Mikrofaser-Bänder

Die Mikrofaser-Bänder, die bei diesen Suunto 7 Standard sind, haben eine leicht texturierte Oberfläche, die auf Fotos oft schmutzig wirkt, aber sie harmoniert ziemlich gut mit graumelierten Gewändern, egal ob sportlich oder stilvoll, Anzug-mässig.

(Am Foto oben, mit der Uhr auf dem Stein, ist das Band etwas verschwitzt, daher die Flecken/Streifen.)

Ich hatte Befürchtungen, dass sie für den Sport nicht so gut sein würden, und sie haben ihre Nachteile, aber sie sind gar nicht so schlecht.

Eventuell ein Silikon-Armband dazu zu nehmen und für den Sport zu nutzen ist durchaus empfehlenswert für den Sport. Das ist einfach leichter zu waschen und zu trocknen. Einmal trockenwischen und fertig.

Das Mikrofaser-Band saugt Wasser.

Beim Sport, beim Schwitzen, passiert das weniger, als ich befürchtet hatte, und es ist kein Problem, die Uhr weiter zu  tragen, wenn das Band feucht ist. Ich habe das sowohl bei einer Übernacht-Tour mit Biwak-Übernachtung in ständigem Regen gemacht, als auch nachdem ich das Band nach dem Sport gründlich gewaschen hatte.

Es bleibt aber eben einige Zeit feucht.

Der Minimalismus

Der Minimalismus der Lünette – und damit der ganzen Uhr – wird nicht jedermann zusagen.

Wer von seiner Outdoor-Uhr ein robustes, martialisches, Aussehen erwartet, für den werden die Titan-Versionen nicht passen.

Für eine Uhr wie gerade die Suunto 7, die sowohl in Alltags- und Arbeitsleben als auch in ein aktives Sportleben passen soll, ist dieser Minimalismus ein willkommener Schritt. Sie sieht dadurch, so gering die Änderungen auch erscheinen mögen, schlanker aus und passt besser unter Hemdbündchen und Anzugärmel.

Nach ein paar Wochen Nutzung kann ich sagen, dass ich dieses Modell der Suunto 7 mehr mag, als ich gedacht hätte.

Die Änderung ist kosmetisch und minimal, aber für einen Uhrenträger wie mich, der in der Uhr ein Werkzeug für Fitness und Abenteuer (siehe: Mikroexploration) sucht, das zu einem persönlichen Stil passen soll, der von klaren, minimalistischen Linien (von nur allzu vielen Veilance-Stücken) geprägt ist, passt sie einfach.

Die Änderung könnte auch ein interessanter Hinweis darauf sein, was von Suunto kommen könnte.

Die Militär-Modelle von Suunto gehen mir, zugegeben, etwas ab. Sollte dieser Schritt Richtung Minimalimus nicht nur ein einzelner sein, sondern ein Trend, den bewegt sich Suunto wohl gerade zu Designs, die nicht “Schaut mich an, ich bin ein Ultramarathon-Läufer!” schreien, sondern sehr viel ruhiger sind – und für Leute, die von ihren Werkzeugen solche Ruhe mögen und sich lieber auf ihr aktives Leben konzentrieren.

Wir werden sehen.