Wieder einmal fand ich mich in Florenz – also ging es natürlich hinaus auf einen Lauf.

Diesmal, mit der Suunto 7 mit einer auf sie synchronisierten Route.

Florenz ist nicht nur die schöne Stadt der Renaissance, sie ist auch einer meiner liebsten Locations für GPS-Tests.

Die engen Gassen der Altstadt sind die Hölle für GPS; die breiteren Strassen dort sind noch immer so eine Sache – und dann sind da andererseits die Strassen über die Hügel und entlang des Arno, die zum Himmel hin freie Sicht haben und dementsprechend guten Empfang bieten.

Das erste, was man beim Kreieren von Routen für einen solchen Ort bemerkt, dass sind die Seltsamkeiten der automatischen Routenführung.

Strassen wird sehr gut gefolgt, aber die Routen gehen über offene Plätze auf sehr speziellen Pfaden, in einem Zick-zack, wie es kein Mensch je machen würde, es aber wohl im System dahinter angelegt ist.

Dementsprechend wird es zwischen der Route, wie sie von der App erstellt und auf die Uhr geladen wird und der Realität Unterschiede geben – und dann kommt natürlich noch das Thema GPS-Empfang und Positionsbestimmung hinzu.

Folgt mir!

In der Altstadt von Florenz

GPS-Leistung

Rund um den Duomo ist der Blick zum Himmel ziemlich okay, trotz der Häuser rundum, und der GPS-Track ist dementsprechend ziemlich gut.

Die Route (markiert in Blau, wenn das nicht offensichtlich ist) folgt den Strassen, die auf der Karte wohl angelegt sind, zu streng; so würde wohl nie jemand gehen.

Südlich des Duomo sind die Gassen so eng, es ist kaum etwas vom Himmel zu sehen. Dementsprechend überraschend ist es, dass hier überhaupt ein GPS-Signal empfanden wird.

Die Suunto 7 hatte am Anfang meines Laufs südlich vom Duomo gleich einmal Probleme – aber dieser Haken dort hat doch auch einen anderen Grund, dort war ich nämlich noch einmal zurück und vorwärts gelaufen, um ein Video von mir selbst beim Laufen zu haben (wie man es im Video zu diesem Lauf sehen kann).

Der aufgezeichnete Weg durch diese ganze Gegend ist nicht gerade dort, wo ich tatsächlich unterwegs war, bis ich wieder hinaus auf die Piazza della Signoria komme. Die Strassen am nächsten zu der aufgenommenen Strecke sind allerdings durchaus die richtigen – und die eine Schleife dort, die ist real, da war ich nämlich eine Spur zu weit gelaufen, dann also zurück und um die Ecke, um doch der geplanten Route zu folgen.

Hinter dem Palazzo habe ich noch einmal eine Abzweigung verpasst und bin erst in die nächste Strasse eingebogen, aber da machte die Kartenansicht es so klar, dass ich gleich wieder auf der Route sein würde, dass ich einfach weiter lief.

Die Strecke zeigt einiges an Mäandern im Vergleich zur Realität, aber zeigt dennoch auch hier gut genug, welche Strassen ich entlanggelaufen war.

Routennavigation in der Praxis

Wie man schon von den Bemerkungen dazu, wie ich hatte laufen wollen und gelaufen war, merkt, war es hier nicht ganz einfach, der Route auf der Suunto 7 zu folgen.

Die Landkartenansicht zu haben ist allerdings unheimlich hilfreich, umso mehr wenn sie nun eben auch eine Route anzeigt. – Nicht nur die Linie zu sehen, der man folgen soll, sondern eine Karte und sogar die Namen von Orten, an denen man vorbeikommt, zum Beispiel, kann immens helfen (siehe die Kurve beim Hotel Bernini im Video).

Gewisse Abzweigungen waren durch den schwierigen GPS-Empfang und die dadurch verlangsamte und/oder inexakte Positionsanzeige etwas schwierig zu finden. Dementsprechend habe ich sie auch verpasst.

Das war allerdings immer binnen kurzer Zeit bemerkbar – und ich hatte hier absichtlich eine Route erstellt, die einem möglichst schwierigen Weg folgte und genau dort Abzweigungen nahm, wo die Gassen am engsten sind.

In Anbetracht dieser Kombination an Faktoren ist es erstaunlich, dass die Routennavigation überhaupt – noch dazu meistens – möglich war!

Weiter Raum auf den Florentiner Hügeln

Über und entlang des Arno, hinauf zur Piazzale Michelangelo und weiter, da ist der Blick zum Himmel weit und offen. Manchmal ist der GPS-Track etwas zur Seite versetzt, meistens aber sehr gut.

Die mäandernden Wege hinauf zur Piazzale habe ich nicht genau die geplanten Wege genommen, aber es ist eindeutig, wo ich das schon und wo nicht gemacht habe. Das gleiche danach…

Navigation war hier absolut unproblematisch (ausser vielleicht auf dem kurzen Wegstück gleich hinunter von der Piazzale Michelangelo, wo die automatische Routenführung Strassen oder Wegen folgt, die kein Mensch zu Fuss nehmen würde.

Oltrarno

Wieder hinunter zum Fluss kommend (vom Süden, im rechten unteren Eck am Bild), verursachten manche Wege mit hohen Gebäuden links und rechts von ihnen ein gewisses Abkommen des GPS-Tracks von der Strasse.

Selbst da, wo die Strasse durch die Häuser, die über ihr zusammenkommen, zu einem Tunnel wird, bevor es in die Kurve entlang des Flusses geht, ist der Track von der Suunto 7 aber sehr gut – und er zeigt später auch, wo ich mit den Wölfen, die zu dieser Zeit vor Palazzo Pitti waren, gespielt habe.

Danach gibt es wieder eine gewisse Entfernung des Tracks von der Strasse, aber der Halbkreis in der Kurve kommt auch wieder davon, dass ich mir einer Abzweigung nicht sicher war, ein wenig länger geradeaus und dann retour und um die Ecke gelaufen war.

DerGPS-Track hier sollte wirklich näher an der Strasse sein, sowohl als ich diese hinunter gelaufen kam, als auch beim Laufen zurück und beim Abbiegen, aber okay.

Routennavigation

Bis auf diese eine Abzweigung, die ich eben verpasst hatte – und von der ich dachte, dass sie schon da war, dem aber erst sicher wurde, indem ich etwas weiter gelaufen bin – war es wieder absolut unproblematisch, der Route zu folgen.

So ging es auch weiter.

An Santa Maria Novella vorbei

Das Gleiche gegen Ende; es gibt einen seltsamen Offset, bald nachdem ich in den Bereich am Bild oben gekommen bin, etwas Mäandern später… oder doch nicht?

Die Kurve hier nämlich, am Anfang des Laufs nach Osten und vorbei am Bahnhof Santa Maria Novella, die scheint mir doch der Weg zu sein, den ich genommen hatte (nur war die Route halt so geplant, auf der anderen Strassenseite zu sein).

Die Abbiegung nach links in der südöstlichen Ecke des Bahnhofsplatzes ist interessant:

Die Route folgt hier einer Strasse. *Der* Strasse. Für Autos.

Ich musste also doch durch die Unterführung – und das GPS hat sehr schön erkannt, wo ich im Untergrund verschwinden und dann wieder an der Oberfläche auftauche. (Nun ja, ganz streng genommen musste ich wieder zurück auf Strassenniveau sofort 180 Grad zurück, dann rechts in die Strasse; das wird nur als Auftauchen und in die Strasse angezeigt.)

Routennavigationserfahrung

Wieder, selbst wenn hier ein GPS-Problem gewesen sein sollte, war es einfach, der Route zu folgen. Und es war eine interessante Erfahrung.

Wieder näher zum Arno, zur nächsten Brücke zu kommen, da war das alles nämlich auf der Karte viel früher erkennbar, als in der Realität, wo die enge Strasse den Blick erst spät freigab.

Noch einmal dasselbe gleich vor dem Bahnhof: Auf der Kartenansicht war er schon sichtbar, ich war gleich eine Kurve weiter auf einer Strasse, auf der ich schon sehr oft war – aber von dem Weg, auf dem ich noch war, hätte ich das ohne die Karte niemals vermutet.

Route + Landkarte zu folgen war hier sehr angenehm und hilfreich.

Der Weg über die Strasse war einer der typischen Fälle, wo eigene Entscheidungsfähigkeit gefragt ist – und hinunter ging es in die Unterführung.

Wieder an der Oberfläche war die GPS-Position schnell wieder sichtbar; hätte ich nicht ohnehin gewusst, welche Strasse ich nehmen musste, ich hätte es sehr bald auch wieder von der Suunto 7 erfahren können.

Fazit

Alles in allem war das eine der typischen GPS-Leistungen, die es leicht machen könnten, sich auf Fehler zu konzentrieren und diese aufzubauschen. Für die gegebenen Bedingungen aber war das alles tatsächlich eine sehr gute Leistung.

Umso mehr, als ich der Route im Grossen und Ganzen selbst in den engen “Schluchten” der Altstadthäuser gut folgen konnte.

Es gab gerade zwei Fälle, wo ich ernsthaft zu weit gelaufen war und dann zurück musste (einmal in der Altstadt, einmal in Oltrarno).

Okay, ich war auch bald hinter dem Palazzo della Signoria einmal zu weit gelaufen, aber Landkarte + Route machten es dort so leicht erkennbar, dass ich später auf jener Strasse gleich wieder auf der Route sein würde, dass es darauf wirklich nicht ankam.

Batterie

WearOS hatte das übliche Problem hier; der Batterieverbrauch war nicht gerade niedrig.

Ich war knapp über eine Stunde unterwegs, und in diesen Bedingungen, mit bestem GPS, ständig wieder Blicken auf die Landkartenansicht/Navigation (die sich wenigstens in ihr batteriesparendes Standby-Display zurückschalten konnte), Benachrichtigungen aktiv, da waren 25% Batterie hierfür nötig.

Mit den übrigen ~70% Ladung war es allerdings kein Problem, über den Rest des Tages zu kommen – und das, “Sport und Leben, Kombiniert” ist es, wofür die Suunto 7 gedacht ist.

Zahlen

Für all jene, die ohne konkrete Zahlen nicht glücklich werden:

Die Suunto 7 hat hier 9,94 km Distanz gemessen.

Polar Grit X: 9,43 km
Polar Vantage V: 9,72 km

Die Route, wie in der App erstellt, wird mit 9,62 km angegeben.

Aufstieg/Abstieg: 78 m/88 m (S7), 90 m/90 m (Grit X), 85 m/85 m (VV)

Ich werde über die Leistung von Vantage V vs. Grit X auch noch einen eigenen Artikel schreiben.

Wer unbedingt GPS-Track-Vergleiche von Suunto 7 vs. Polar braucht, hier bitte:

Die S7 (hier in orange) war auf meinem linken Arm; Grit X (hier in blau) und Vantage V (dunkelrot) waren, in üblicher Entfernung voneinander, auf meinem rechten Arm.