Nach einem leichten Lauf, einfach für den Anfang, und einem ersten Blick auf Hill Splitter, ein paar intensive Intervalle.

Wieder ist der Vergleich zwischen Polar Vantage V und Polar Grit X, mit Herzfrequenzdaten vom Polar H10 als Vergleichswerte.

Hier hat der Stryd-Sensor auch wieder funktioniert, wie er es sollte, also füge ich auch dessen Daten hinzu, wo sie Sinn machen.

Herzfrequenz

Erste Daten: Pulswerte vom oHR-Sensor der Polar Grit X bzw. Vantage V und vom H10-Pulsgurt.

Auch hier wieder einmal das schon bekannte Bild: Die Grit X scheint schon einen Vorsprung vor der Vantage zu haben.

Nach einem ersten Einpendeln sind die Werte von beiden Polar oHR-Sensoren beim normalen Laufen meistens gut, aber die Vantage hat (siehe beim Einpendeln am Anfang und beim Auslaufen) öfter Probleme.

Bei den Intervallen ist die Grit X auch besser als die Vantage V, aber kommt auch immer wieder ins Schleudern.

Nicht weiter überraschend; plötzliche Intensitätsänderungen sind für optische Herzfrequenzsensoren ein ziemliches Problem – aber umso spannender zu sehen.

Ganz interessant auch, wenn man versuchen würde, die Kurven aus Polar Flow zum Vergleich bzw. zur Einschätzung heranzuziehen:

Manche Unterschiede sind schon ganz gut zu erkennen, vieles aber auch nicht so grossartig.

Es könnte natürlich daran gelegen haben, dass ich selbst die Intervalle nicht so konsistent auf maximaler Intensität laufen konnte, wie dem eigentlich hätte sein sollen – aber sehen wir uns die Vergleichsgrafik aus Quantified-Self noch einmal genauer an, hineingezoomt nur in die Intervalle:

Da ist schon, im Puls vom H10, gut erkennbar, was jeweils ein Intervall war und was die Erholungsphase dazwischen. oHR-Werte lassen das bei weitem nicht so gut erkennen.

Pace

Beim Thema Pace/Tempo gab es wieder einmal die typischen Probleme gewisser Aufzeichnungsmethoden.

Hier sind es sogar zwei übliche Themen:

1, Die Aufzeichnung von Racefox Run wird nicht geglättet; sie besteht aus reinen Rohdaten. Darum ist dieser Graph so “stachelig” und wäre schwer interpretierbar, selbst wenn nicht noch die hohe Bandbreite an Werten dazukäme, die alles schwer erkennbar macht.

2, Polars Datenexport scheint zwar mittlerweile Pace zu beinhalten (was zumindest von der Vantage bislang nicht der Fall war) – aber nicht wirklich. Da sind Daten, die Quantified-Self.io als Pace erkennt, aber sie sind nicht korrekt.

Wir müssen das also anders angehen.

Im oberen der Bilder unten darum der Graph der Pace, wie vom Stryd aufgezeichnet; darunter die Graphen aus Polar Flow:

Man sieht, die Pace wurde schon gut aufgezeichnet. Stryd ist empfindlicher und erkennt schnell einmal Stillstand, wo die Polar-Uhren solchen (noch) nicht vermerkt haben.

Insgesamt aber sind die Werte (oder zumindest die daraus entstehenden Kurven) einigermassen vergleichen und machen auf jeden Fall sehr gut klar, was ein Intervall und was Erholung war.

Schrittfrequenz

Ein schneller Blick auf auf die Schrittfrequenz (cadence):

Das funktioniert auch wieder gut mit Quantified-Self und mit den Daten, die Racefox Run vom H10-Brustgurt aufgezeichnet hat:

Warum Racefox Run keine Änderung (und doch keinen Nullwert) an Schrittfrequenz sieht, wenn ich mich langsam bewege oder sogar stehenbleibe, ist mir nicht ganz klar, aber das wäre wieder ein anderes Thema.

Power

Lauf-Power… Flow macht das, mit roter Linie für die Werte auf gelb-orangefarbenem Grund, nicht gerade ideal erkennbar:

Wir können uns diese Werte aber auch in Quantified-Self, auch im Vergleich zur Power-Messung per Stryd, ansehen:

Sieht von Vantage V wie Grit X und deren “Power vom Handgelenk” ähnlich zueinander aus, und es sieht auch ähnlich aus, von den Trends her, wie vom Stryd.

Interessant allerdings, dass wir hier nicht (nur) die typischen höheren Power-Werte von Polar als von Stryd bekommen, sondern dies gemeinsam mit sehr ähnlichen Werten in den Erholungsphasen zwischen den Maximalintervallen sehen.

Fazit

Alles in allem würde ich sagen, das Resultat ist ein typisches für diese Art von Training:

Die Grit X mag mit ihrem Precision Prime 2.0 oHR-Sensor bessere Werte zu liefern als die Vantage V. Für ein Puls-basiertes Intervalltraining aber sollte man doch lieber einen Pulsgurt um die Brust tragen.

In tempobezogenen Werten wie auch Power hingegen gibt es keine Schwierigkeiten – zumindest den Werten nach dem Training nach – ob nun von der Vantage V oder der Grit X.