Die Polar Grit X (und jetzt auch die Vantage V2) soll eine bessere GPS-Antenne als die Vantage haben, nicht nur neue Software – also war es, wieder einmal in Florenz, an der Zeit, die beiden auszuprobieren und zu vergleichen.

Für diesen Test habe ich beide Polar-Uhren auf meinem rechten Arm getragen (während die Suunto 7 am linken Handgelenk war).

Die Uhren sollten ausreichend viel Abstand voneinander gehabt haben, damit es keine Signal-Interferenz zwischen ihnen gab. Beide am selben Arm getragen sollte auch bedeuten, dass sie nicht so sehr in unterschiedliche Richtungen zeigen (und unterschiedliche Sicht zum Himmel haben), dass es dadurch zu Unterschieden kommt).

Fazit vorweg: Es sieht tatsächlich ganz danach aus, dass die Grit X um einiges besser trackt.

In den folgenden Bildern ist der Track von der Grit X in Orange, die Vantage V-Strecke in Blau.

Altstadt-“Schluchten”

Um den Duomo, auf der Piazza della Signoria und dort, wo man wieder zum Arno hinaus kommt, sieht alles so oder so gut aus. Die Unterschiede zur Realität kommen hauptsächlich daher, dass ich die Uhren eben auf meiner rechten Seite hatte, wodurch die aufgezeichneten Wege auch näher am Duomo liegen, als sie es eigentlich waren und die Lage sich ein wenig voneinander unterscheidet.

Die engen Gassen der Altstadt südlich des Duomo sind die Hölle für GPS, ob nun mit der Grit X oder der Vantage V. Die von der Vantage aufgezeichnete Strecke mäandert sehr stark; jene von der Grit X ist hier auch alles andere als perfekt, aber sieht schon besser aus.

Interessanterweise ist der Algorithmus auf beiden Polar-Uhren offenbar so, dass diese meinen kleinen Abstecher weiter entlang einer Strasse nahe der Piazza della Signoria, von der ich eigentlich hatte abbiegen wollen – und das dann auch nach einigen Schritten, mit ein paar Metern geradewegs zurück, tat – weggeschnitten.

Die Vantage V zeigt mich kaum überhaupt auf dieser Strasse; die Grit X lässt die Aufzeichnung so aussehen, als hätte ich einfach nur diese Abbiegung genommen, ohne den falschen Abstecher weiter und zurück.

Offener Weg

Entlang des Flusses, mit dem ungestörten Blick zum Himmel, werden die Strecken von beiden Polar-Uhren wieder gut aufgezeichnet. Dasselbe auch am Weg hoch zu Piazzale Michelangelo und von dort weiter.

Über die Hügel ist alles auch weiterhin – grossteils – gut. Auf der Vantage V-Strecke gibt es immer wieder Offsets, wo die Strecke etwas verschoben aufgezeichnet wurde, insbesondere gegen Ende des Abschnitts, der im Bild oben zu sehen ist.

Mehr Häuserschluchten

Wieder zurück in Häuserschluchten kommend, wurde das GPS der Vantage ziemlich gestört.

Interessanterweise aber scheint der Platz, wo die Häuser kurz vor der Kurve entlang des Flusses einen Tunnel bilden, praktisch keinen Effekt zu haben (bis auf einen kleinen aber sichtbaren Fehler in der Strecke, die die Grit X aufgezeichnet hat).

Beim Lauf zu und vorbei an Palazzo Pitti ist die Strecke von der Grit X wieder sauberer und richtiger bestimmt worden, als von der Vantage V, die einige Offsets zeigt.

(Das Hin-und-Her vor dem Palazzo Pitti war mein “Spielen mit Wölfen” vor dem Palazzo; diese Strecken sind richtig so.)

Richtung (dem Platz vor) dem Bahnhof Santa Maria Novella zeigt die Vantage V auch wieder einen Offset. Am Anfang meines Laufs über den Platz ist etwas recht seltsam; die zwei Polar-Uhren sind sich da in der Streckenaufzeichnung einig, ich bin mir aber ziemlich sicher, dass ich tatsächlich (wie man es von der Suunto 7 aufgezeichnet sehen kann) etwas länger auf der anderen Strassenseite war.

Entlang der Südseite des Platzes sieht alles gut aus, bis die Vantage V die Strecke ziemlich versetzt aufzeichnet und dann logischerweise verliert, als ich in und wieder hinaus aus die Passage im Untergrund gehe, durch die ich die Strasse queren musste.

Die letzten paar Meter, mitten auf der Strasse dort laufend, sind wieder faszinierend perfekt.

Schlussendlich hat die Vantage V eine Distanz von 9,71 km aufgezeichnet, mit 85 Abstieg und Aufstieg; die Grit X zeigt 9,43 km mit 90 m Höhenunterschied.

Fazit

Alles in allem, wie schon am Anfang verraten, zeigt sich, dass die Grit X wohl wirklich ein verbessertes GPS bietet.

Die Vantage V ist absolut nutzbar; kein GPS-Gerät, am allerwenigsten GPS-Uhren, ist perfekt – aber man erkennt durchaus wesentlich mehr Unterschiede von der tatsächlichen Strecke auf der GPS-Aufzeichnung der Vantage V als der Grit X.

Gesamtdistanz wie Höhenmeter sind sich dennoch so ähnlich, nicht nur zwischen diesen zwei Uhren von Polar sondern auch im Vergleich zur Aufzeichnung mit der Suunto 7 und den Daten, die für diese Route von Planungswerkzeugen angegeben werden, dass sie für Training und Fitnessverbesserung nicht gerade von Bedeutung wären.