Jedes billige Gadget hat heutzutage einen Schrittzähler eingebaut, alle Suunto-Uhren müssen einen haben, meinte DC Rainmaker als die Ambit3 Vertical (ohne Schrittzähler, weil auf Höhenmeter fokussiert) herauskam.

Suunto ist brav gefolgt, jede Uhr seitdem hat einen Schrittzähler eingebaut, selbst wo Suunto (hauptsächlich, angeblich) Uhren für ernsthaftes Training und die Wildnis bauen will. Und jetzt gibt es viele Beschwerden, dass die Schrittzählung zu viele Schritte zählen würde.

Das Problem mit Schrittzählung

Zwei Dinge will ich zuerst einmal angesprochen haben:

Schritte ≠ Training?

Zum einen: Ich würde von Schrittzählern wirklich gerne ein Aktivitätstracking haben, das einen Eindruck davon vermittelt, wie aktiv man (nicht nur im Training) war.

Eines meiner grossen Trainings-bezogenen Probleme, das ist nämlich, dass ich praktisch kein Training mache. Jedenfalls, wenn man sich Trainingstagebücher wie Movescount oder Strava – wo man mir übrigens gerne folgen kann – ansieht. Bloss sind meine durchschnittlichen täglichen Schritte, wenn ich nicht gerade nur zu Hause herumsitze, im Bereich von 10,000+.

Auf einem Portal wie Movescount oder Strava zählt das aber für gar nichts. Und so wie Movescount aktuell Schritte synchronisiert und anzeigt, ist es auch nicht wirklich ein grosser Schritt vorwärts.

Sprich wie ein Italiener, “Geh” wie eine Aktive Person?

Zweitens werden Schrittzähler in Uhren oder in Form von Armbändern meiner Meinung nach ohnehin ernsthaft überschätzt.

Man nutzt seine Arme schliesslich nicht nur, wenn man geht. Solche Tracker müssen also entweder wahnsinnig gut darin sein, alles Gestikulieren und sonstige Bewegen der Arme auszufiltern – oder sie werden eben überschätzen, wie aktiv man war.
Schrittzähler gehören wirklich an den Hosenbund oder in eine Hosentasche.

Aber gut, das alles ist nur umso mehr Grund, sich Daten anzusehen und diese zu vergleichen. Wieder einmal kann ich hauptsächlich Suunto-Uhren vergleichen, aber glücklicherweise nicht nur diese.

Schritte, Spartan Ultra versus Spartan Sport WHR Baro

Zwei Modelle einer Modellreihe von einem Hersteller sagen nicht viel darüber aus, wie gut das Tracking funktioniert. Würden diese allerdings extrem unterschiedliche Resultate liefern, dann wäre das doch ein Grund zur Besorgnis… Also, wie sieht es aus, wenn man eine Spartan Ultra und eine Spartan Sport WHR Baro vergleicht?

Nicht so schlecht…


… aber schon ganz lustig:

Man kann genau sagen, wann ich die Uhren von einem Handgelenk zum anderen getauscht hatte.

Die Ultra trug ich 12/4 und 12/5 am Handgelenk meines rechten, dominanten, Arms, dann wechselte ich sie 12/6 auf den linken Arm. Und prompt wurdeb statt auf der Ultra auf der WHR Baro mehr Schritte gezählt.

Als jemand, der die ganze Schrittzählerei nicht zu ernst nimmt, bin ich mit den Werten nicht sonderlich unzufrieden. Es ist aber ziemlich klar, dass wohl einiges an Armbewegungen als Schritte gezählt wird, was nur Fuchtelei war – vorausgesetzt, ich bewege meinen rechten Arm mehr als meinen linken, was man wohl annehmen kann.

Spartan Sport WHR Baro gegen TomTom Adventurer

Interessanter sollte es sein, wenn man die Geräte verschiedener Hersteller miteinander vergleicht – und glücklicherweise konnte ich die Suunto Spartan WHR Baro auch mit einer TomTom Adventurer vergleichen:

Ein Problem (?): Die TomTom habe ich stets an meinem rechten Arm getragen; den Effekt eines Wechsels hier kann ich also nicht beschreiben.

Wir haben aber schon festgestellt, dass die Suunto Spartan-Modelle am linken Arm (an dem ich hier die Spartan Sport WHR Baro getragen habe) weniger Schritte zählen als am rechten. Damit ist ziemlich offensichtlich, dass die TomTom Adventurer einen anderen Algorithmus verwendet oder zumindest weniger empfindlich ist.

Schliesslich hat die TomTom Adventurer, mit Ausnahme jenes einen Tages (1/12) stets weniger Schritte gezählt als die Spartan, obwohl ich sie am rechten Handgelenk getragen habe.

Den Vergleich der Resultate finde ich (wie gesagt, als jemand, der von Schrittzählungen ohnehin nicht allzu viel erwartet) aber nicht gerade schrecklich.

Miss Trends, Nicht Schritte…

Klar, wer einen exakten Wert an Schritten, und nur an Schritten, haben möchte, müsste unzufrieden sein. “Nicht exakt!” kann man berechtigterweise dazu sagen.

Als ein Wert für Aktivität bzw. Ausmass an Bewegung im Alltag allerdings muss das Tracking vielmehr über verschiedene Tage hinweg reflektieren, ob man jeweils aktiver oder weniger aktiv, sehr aktiv oder wenig aktiv, war. Und dahingehend betrachtet ist alles ganz okay:
An Tagen, an denen ich mich sicherlich mehr bewegte, da zeigen beide Geräte auch mehr Aktivität an; an Tagen mit weniger Bewegung war ich laut beiden Uhren weniger aktiv.

(In diesem Zusammenhang würde mich der seltsame Tag, an dem die TomTom Adventurer mehr Schritte zählte als die Spartan Baro, eher verunsichern – aber ein Ausreisser in den Werten sagt noch nicht wirklich irgendetwas aus.)

Mehr als solche Trends wiederzugeben sollte man sich, meiner Meinung nach, von einem Schrittzähler – insbesondere am Handgelenk – nicht erwarten.

(Und nein, ein Smartphone ist auch nicht ideal. Nun, okay, vielleicht für andere – aber wer sein Telefon ständig in der Hosentasche hat, wo es Schritte vielleicht gut zählen würde, der sollte es lieber öfter mal irgendwo liegen lassen und sich selbst woanders hin begeben 😉 )

 

 

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