Was für Suunto Ambits & Traverse bleibt. Update zur Umstellung der “Digitalen Services” (weg von Movescount)

Suunto hat gerade ein Update über die Pläne zur Umstellung der “Digital Services” – auch bekannt als das Ende von Movescount – veröffentlicht. Für Benutzer von “Altsystemen” sind darin interessante Punkte…

“Altsysteme”? Also, alte Uhren von Suunto.

Wer noch immer eine Ambit, Ambit 2 oder Ambit 3 (Sport, Run, Vertical, was-auch-immer) oder eine Traverse verwendet, für den ist dieser Artikel gedacht.

Ein Hinweis für Suunto Spartan und Suunto x (3, 5, 9)-Nutzer

Wer eine neuere Suunto, aus der Spartan oder der noch aktuelleren ‘Nummern’-Serie verwendet, für den gibt es wenig Wichtiges in dieser Mitteilung.

Wesentlicher Punkt in dem Fall: Man wird wohl besser bald, wenn man es nicht ohnehin schon getan hat, von der Movescount-App auf die Suunto App umsteigen. Und dazu auf Movescount im Web vergessen und die Suunto App mit quantified-self.io verknüpfen, um tiefergehende Analyse zu betreiben und Langzeittrends nachzuspüren.

Von wegen Quantified-Self.io

[Quantified-Self ist nicht von Suunto, aber sein Entwickler hat inzwischen Arbeit bei Suunto gefunden.

Die Integration dieser Web-Analyseplattform mit der Suunto App ist sehr gut, bis hin zur Möglichkeit eines Imports seiner gesamten Trainingsgeschichte aus der Suunto App, zu der man alle seine Daten aus Movescount überspielen kann.

Über dieses Q-S Tool sollten wir noch einmal mehr reden; hier möchte ich nur einmal sagen, dass es unheimlich gut ist. Und dazu noch gratis, und nicht nur für Suunto-Uhren.]

Die Updates für Ambit- und Traverse-Nutzer

Aber, sehen wir mal auf die Neuigkeiten, die Suunto nun über das Ende von Movescount neu hat verlautbaren lassen, nach den vorhergehenden harten Aussagen

Entfernen der Movescount-App

Die Movescount-App wird nun also, nach Meldung von Suunto, bis 18. Dezember 2019 aus den App-Stores verschwinden:

Movescount-App: Wie in unseren Mitteilungen vom April erwähnt, werden wir die Movescount-App aus Google Play und dem App Store entfernen. Der Abschluss dieses Verfahrens ist für den 18. Dezember 2019 vorgesehen. Nach dieser Zeit können Benutzer, die die App auf ihrem Telefon installiert haben, sie weiterhin verwenden, sie wird jedoch nicht mehr aktiv betrieben. Wenn du das Telefon wechselst oder die App löschst, kannst du sie nicht wieder herunterladen.

https://www.suunto.com/de-de/Content-pages/umstellung-der-digitalen-dienste/

Wer also die App am Telefon behält, kann sie noch weiter verwenden; man kann sie allerdings bald nicht mehr neu herunterladen. Natürlich wird es dementsprechend auch keine weitere Entwicklung, Bugfixes, etc. geben.

Mit dem Verschwinden der Movescount App wird die Ambit 3 auch ihren Workout-Planer verlieren.

Moveslink2 / Suuntolink

Bisher wurden Ambit und Traverse über ein USB-Kabel per Moveslink2 mit Movescount synchronisiert. (Nur die Ambit3 und Traverse konnte über Bluetooth mit der Movescount App synchronisiert werden – aber die App gibt es ja bald nicht mehr.)

Moveslink2 und Suuntolink: Bis zum Sommer 2020 wird Suuntolink Moveslink2 ersetzen und unseren Besitzern von Ambit und Traverse ein erneutes Serviceerlebnis bieten.  Suuntolink wird die Verbindung zur Suunto-App und der Zugang zu neuen und zusätzlichen Vorteilen unseres Partner-Ökosystems sein. Wir werden alle mit weiteren Details auf dem Laufenden halten, um sicherzustellen, dass der Wechsel zu Suuntolink und die Verwendung der Suunto-App so einfach wie möglich ist.

https://www.suunto.com/de-de/Content-pages/umstellung-der-digitalen-dienste/

Das klingt ganz danach, dass die alten Uhren auch weiterhin über USB synchronisiert werden, nur eben per Suuntolink statt Moveslink2 und mit Daten, die in der Suunto App statt in der Movescount App angezeigt werden.

Von der Suunto App können die Daten auch weiter an Partner geleitet werden, von denen Suunto immer mehr hat. Offenbar will man dadurch eine tiefergehende Datenanalyse ermöglichen, alles zentral (und an verschiedenen Orten) gespeichert bekommen, etc.

Movescount im Web

Etwas anders – und andernfalls wieder, exakt so – wie man es befürchtet hat, wird die Movescount Web Plattform also verschwinden. Zumindest als Analyseplattform:

Suunto Movescount.com (Webservice):  Unser Webservice wird sich im Jahr 2020 weiterentwickeln. Wir werden ihn nicht mehr Movescount nennen, und seine Aufgabe in Bezug auf unsere Dienste wird es sein, Schlüsselfunktionen (einschließlich Uhreneinstellungen, Routen und Anpassung des Sportmodus) nur für Uhren der Ambit- (1, 2 und 3) und Traverse-Familie zu aktivieren. Wir planen diese webbasierten Updates für das zweite Halbjahr 2020 und werden alle über die kommenden Änderungen auf dem Laufenden halten. Es werden sofort keine Änderungen vorgenommen.

https://www.suunto.com/de-de/Content-pages/umstellung-der-digitalen-dienste/

Es wird also eine Website geben, aber diese wird nicht mehr Movescount sein, nicht mehr Movescount heissen, nicht mehr als Analyse-Plattform für Sportdaten dienen und nicht für die neueren Uhren (Spartan und Suunto 3, 5, 9) sein.

Für Ambit und Traverse-Modelle immerhin wird dieses Nach-Movescount Zugriff auf die Uhreinstellungsmöglichkeiten, Sportmodus-Anpassungen und Routenerstellung/-synchronisierung bieten.

Man wird wohl sehen müssen, wie sich auch nur diese Optionen entwickeln werden; sie werden wohl (oft?) per Suuntolink über USB synchronisiert werden müssen… Das ist allerdings, wie diese Dinge derzeit auch schon funktionieren, nur eben mit Movescount und Moveslink2.

Viele Fragen…

Werden Routen aber nur importiert werden können, wenn man sie anderswo erstellt und als GPX gespeichert hat? Oder wird auch ein Werkzeug zur Routenplanung online bleiben?

Wird es eine Verbindung zwischen dem Routenplanungs-Tool in der Suunto App und den Routen auf diesem nicht-mehr-Movescount geben, so dass man Routen in der neuen App erstellen und auch auf alte Uhren bekommen kann? (Selbst wenn man sie dann dennoch nur per USB-Synchronisierung mittels Suuntolink an einem Computer übermitteln kann?)

Diese Fragen stehen immer noch im Raum.

Ratschläge?

Was soll man aus diesen Informationen für Schlüsse ziehen?

Wer noch nicht ganz mit Suunto Schluss gemacht hat, weil jedwede Änderung eine zu viel war (ich habe durchaus Leute gehört, die sich derart beschwert haben), für den bedeuten diese Updates noch keinen Handlungsbedarf.

Am besten verwendet man wohl Movescount und die Movescount App weiter, so lange man das kann und will.

Man bereitet sich aber besser auch darauf vor, zur Suunto App zu wechseln. Wer eine Ambit 3 oder Traverse hat, die direkt mit einem Smartphone synchronisieren kann, wechselt vielleicht besser schon.

Dazu muss man allerdings doch wissen, dass man mit einem solchen Wechsel aktuell den Workout-Planner (das Tool, mit dem man verschiedene Workout-Phasen definieren bzw. Intervalltraining für die Ambit 3 erstellen kann) verliert. Und Routenfunktionalität geht verloren, was mir eher noch wichtiger/problematischer erscheint.

(Die aktuelle Suunto App synchronisiert die Routen darauf nicht mit Ambit 3 oder Traverse. Die Erstellung funktioniert, die Markierung, dass eine Route zur Uhr übertragen werden soll, scheint von der App auch klaglos akzeptiert zu werden, aber es werden einfach keine Routen überspielt… und die aktuelle Mitteilung von Suunto klärt nicht auf, ob das noch kommen oder auch nur per Suuntolink-Synchronisierung funktionieren wird.)

Die allerbeste Option im Moment scheint eigentlich, sich eine Suunto 5 oder 9 zuzulegen, alle Trainingsdaten in die Suunto App importieren zu lassen und alles andere – im Sinne von: Movescount – einfach zu vergessen…

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1 Kommentar

  1. Anonymous

    Danke für die tolle Zusammenfassung!

    Wirklich traurig was innerhalb der letzten 2 Jahre mit Suunto passiert ist. Vom Vorreiter in Sachen Zuverlässigkeit und Outdoor-Tracking zum (momentanen) Schlusslicht was Feature-Support angeht. Man kann nur hoffen dass sie bald wieder die Kurve kriegen.

    Als Ambit3 User gehen mit mit Movescount eine ganze Menge Kernfunktionaliten verloren. Kein Wunder wenn dann viele zur Konkurenz abwandern.

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