Polar ist eine der Firmen, die mit Routenerstellung eher wenig am Hut hat – aber das passt auch, in Anbetracht deren Schwerpunkts auf Training.

Mit der Grit X als Outdoor-orientierter Uhr haben sie sich mehr in Richtung Navigation bewegt, aber selbst das auf eine spezielle Art.

Diese Art ist, im Wesentlichen, Komoot.

Möchte man Komoot nicht verwenden (und dafür bezahlen, alle Regionen zu entsperren), dann bleibt nur Polar Flow – aber nur in der Webversion, nicht in der App-Version.

1, Routenimport in Polar Flow

Die Polar Flow-App am Smartphone hat nicht nur kein eigenes Werkzeug zum Erstellen von Routen, sie unterstützt nicht einmal den Import von GPX-Dateien.

Möchte man Routen am Smartphone erstellen, um sie mit seiner Polar Grit X (oder Vantage V) zu nützen, dann sollte man besser Komoot installiert haben (siehe unten).

Ansonsten kann man eine GPX-Datei für eine Route, der man folgen möchte, finden und herunterladen oder selbst erstellen (wofür es zahlreiche Möglichkeiten gibt) und in Polar Flow im Web (nicht die App) importieren.

Das Prozedere ist simpel genug, mit einem kleinen Caveat, das schon viele Grit X-Nutzer zuerst einmal verwirrt hat, wenn man die Route dann aktivieren will…

Wie man eine Route in Polar Flow importiert

Man öffnet dazu einfach Polar Flow (flow.polar.com), geht zu den Favoriten (die sich hinter dem Stern-Symbol rechts oben auf der Webseite verstecken), klickt auf die “Import Route”-Schaltfläche und öffnet die gpx (oder tcx)-Datei der Route.

Wie so oft kann man das entweder machen, in dem man zu der Datei im File Explorer navigiert oder indem man die Datei aus ihrem Fenster auf die Dialogbox zieht.

Gab es keine Probleme damit, die Datei zu öffnen, zeigt das Importdialog-Fenster dann sofort eine Vorschau der Route auf der Landkarte oben, den Namen (und damit die Möglichkeit, der Route einen besseren Namen zu geben) und die Streckenlänge sowie die Auswahl, für welchen Sport diese Route gedacht ist.

Man drückt auf “Import” und die Route ist unter den Favoriten in Flow in der persönlichen Routenbibliothek gespeichert. Dort kann man Routen auch auswählen (per Häkchen), um sie mit seiner Uhr zu synchronisieren (oder von ihr wieder zu entfernen).

Die Reihenfolge, in der die Routen auf der Uhr angezeigt werden, kann hier auch geändert werden, in dem man sie einfach links vom Namen anklickt und, links gedrückt haltend, an die gewünschte Stelle in der Liste verschiebt.

(Hier unter den Favoriten findet man übrigens auch Trainingsziele und Strava Segments.)

In Flow importierte Routen in Flow und auf der Uhr

Eine Route, die auf diese Art direkt importiert wird, wird in Flow wie auch auf der Uhr mit einem Landkarten-Icon markiert.

So eine Route kann man nicht nur vom Startpunkt oder von einem Punkt auf der Route starten, sondern auch anders herum verlaufend, ob vom Ende oder einem Punkt auf der Route ausgehend, in die umgekehrte Richtung von der geplanten.

(Polar fragt stets nach dieser Auswahl; trotzdem können die Uhren verwirrt werden, wenn die Route sich selbst überkreuzt.)

Eine derart importierte Route gibt allerdings keine Navigationshinsweise auf der Grit X (und die Vantage V bietet diese ohnehin nicht).

Das kleine Caveat:

Auf der Grit X werden die Routen nicht unter den Favoriten angezeigt (wo sie in Flow zu finden sind), sondern weiter unten im entsprechenden Menü, unter dem Punkt “Routen”.

2 Routenimport in Komoot

Möchte man auf der Grit X die Navigationshinweise bekommen, dann muss die Route von Komoot mit Polar Flow synchronisiert worden sein.

Das wenigstens funktioniert per Computer (mit den Web-Versionen dieser Tools) oder per Smartphone-Apps.

Es gibt allerdings einige Möglichkeiten mit gewissen Unterschieden daran, wie sie jeweils funktionieren.

Wie man eine Route in Komoot importiert

Hat man ein GPX (oder TCX oder FIT) der Route, kann man das wie gesagt nicht mit der Polar Flow-App am Smartphone teilen, aber mit Komoot (oder man kann es in Komoot im Web importieren).

Route mit App öffnen

Am Smartphone reicht es üblicherweise, die Datei dort zu speichern (herunterladen, speichern, an sich selbst emailen) und dann anzutippen, um die Optionen angezeigt zu bekommen, mit welcher App man die Datei öffnen möchte.

Einfach Komoot auswählen und sie wird dorthin importiert.

Route in der App importieren

Man kann auch, wenn man die Komoot-App schon offen hat, Routen-Dateien zum Import von dort auswählen.

Dazu geht man in sein Profil und drückt dann entweder auf das “+” rechts der “Touren”-Überschrift, was Optionen anbietet eine Datei (GPX, FIT, TCX) zu importieren, von Garmin Connect zu importieren oder von einem Wahoo-Gerät zu importieren.

Oder man öffnet die geplanten Touren (Planned Tours) und tippt dann auf die “Import”-Schaltfläche oben rechts, welche dieselben Optionen eröffnet.

Route in Komoot (Webseite) importieren

In der Web-Version von Komoot klickt man das “+”-Symbol oben rechts an und wählt “Import a GPS File” in dem Menü, das sich damit öffnet.

Wie üblich verschiebt man dann die Routendatei auf das Dialogfenster oder wählt die Datei durch den File Explorer aus, und Komoot startet den Import.

“Diese Route beinhaltet mehrere Touren”

Manchmal meldet Komoot, dass ein GPX mehr als eine Tour beinhaltet und fragt, welche davon man importieren möchte.

Den Grund dafür habe ich noch nicht gefunden, aber es ist einfach genug, mit Tour 1 anzufangen – und wenn diese doch nicht richtig aussieht, kann man den Import immer noch neu starten und die andere Tour auswählen.

Die App hat hier einen Vorteil, weil sie in einem solchen Fall gleich Vorschauen beider Touren anzeigt, an denen man die Unterschiede meistens gleich erkennen kann.

Abschliessen des Routenimports

Im nächsten Schritt bleibt man bei “Import to plan a route” (Importieren, um Route zu planen; im Web) bzw. “Import as a planned tour” in der App.

(Komoot bietet auch die Option des Imports als Aktivität bzw. als beendete Tour (“completed tour”), was nur für Aktivitäten/Routen gedacht ist, die man in seinem Komoot-Profil als bereits gemachte Aktivität anzeigen lassen will.)

Weiter auf “Next” (bzw. “Import and Plan”) zum Fenster mit der Auswahl, für welchen Sport diese Route geplant ist.

“Next” (bzw. “Continue”) und Komoot bietet (oft) an, mit der originalen Route weiter zu machen (genau so, wie sie in der Datei angelegt ist) oder die Route an bekannte Wege anzupassen.

Zweiteres kann, wie Komoot anmerkt, für eine bessere Erfahrung mit der Navigation sorgen – es kann aber auch bedeuten, dass Komoot die Route auf bekannte Wege umändert, obwohl sie eigentlich querfeldein verlaufen sollte.

Mit solchen Funktionen (und ihren eventuellen Fehlern) hängt das zusammen, was ich für die grösste Sorge bezüglich Navigation mit der Grit X halte…

Natürlich gehört die Route am Schluss auch noch (mit einem sinnvollen Namen) gespeichert.

3, Routenerstellung in Komoot

Komoot, ob im Web oder die App, kann auch genutzt werden, um Routen dort selbst zu erstellen.

Man öffnet einfach den Route Planner (ohnehin der zweite von zwei hauptsächlichen Links dort) auf der Homepage bzw. die Tab “Plan” in der App.

Dort wählt man dann die Sportart, für die man die Route plant, stellt seinen Fitnesslevel ein und markiert die Route als “one way” (von Anfang zu Ende) oder “round-trip” (hinaus und retour).

Dann wählt man einen Startpunkt und… na ja.

Eine Möglichkeit: Man pickt die nächsten gewünschten Punkte für die Route, einen nach dem anderen, “as destination” (als Ziel) um die Route Stück für Stück zu erstellen und währenddessen sofort nachzusehen, ob die von Komoot gewählte Verbindung zwischen diesen Wegpunkten passt.

Alternativ kann man auch einfach das endgültige Ziel der Tour festlegen und dann erst notwendige Anpassungen an die Route vornehmen.

Routenanpassung

Man kann Punkte abseits der sofort eingezeichneten Route auswählen und “Include on route” antippen, damit die Route dort vorbeigeht.

Manchmal ändert das die ganze Route (also, den Abschnitt zwischen den naheliegendsten Punkten), manchmal wird daraus aber auch nur ein Abstecher an diesen Punkt und zurück, auf demselben Weg.

Auf der Webseite kann man auch einen Punkt auf der bestehenden Route anklicken-und-halten und an eine neue Stelle ziehen, um den Routenverlauf zu ändern.

In der App kann man so ähnlich eine Stelle abseits der bereits eingezeichneten Route angetippt halten, um dort einen Waypoint einzuzeichnen, der auf der Route inkludiert (“Include on route”) sein soll, damit die Route auch dort vorbeigeht.

Oder man wählt an einem solchen Punkt wieder das “Set as destination” (als Ziel einstellen), damit die Route vom letzten Punkt an diesen neuen Punkt weiter geht.

Über unbekannte Wege

Komoot ist im Wesentlichen dafür gebaut, Wegen zu folgen, die es “kennt” und diese automatisch auszuwählen… anhand irgendwelcher Faktoren.

Muss man eine Strecke inkludieren, die für Komoot keinem bekannten Weg folgt, dann muss man erst das “Follow ways” deaktivieren (das Häkchen davon entfernen).

Man merkt schnell, wenn das nötig ist, wenn Komoot einen Punkt nicht an der gewünschten Stelle macht, sondern etwas davon entfernt.

Man muss sich auch dessen bewusst sein, dass das automatische Routing zwischen Wegpunkten sehr bequem ist (so wie Komoot eben auch beim Routenimport anmerkt, dass eine Anpassung an bekannte Wege für die Navigation besser wäre), aber es kann auch bedeuten, dass Komoot Wege automatisch auswählt, die nicht gerade ideal sind.

Wegen (nicht) folgen

Setzt man dann den nächsten Wegpunkt ohne “Follow ways” (weil diese Option ausgeschaltet bleibt, weil sie die letzte Einstellung beibehält), dann muss man nur den Wegpunkt anklicken/an-tappen und “Follow ways” mit Häkchen versehen, damit die Route zu diesem Punkt wieder automatisch den bekannten Wegen folgt.

Routenplanung per Waypoints

Man kann die Route auch (um)planen, in dem man die Liste an Wegpunkten öffnet und deren Reihenfolge ändert (oder Wegpunkte überhaupt entfernt).

Falsch gesetzte Wegpunkte kann man auch auf der Karte anklicken und erhält eine “Remove” (entfernen) Option.

Ähnlich kann man Wegpunkte auch gleich zur Planung verwenden, indem man sie der Liste hinzufügt, auch mit einer Suche danach.

So oder so kann man (auch) auswählen, welche Arten von interessanten Punkten man auf der Landkarte angezeigt haben möchte (“Show places on map”), um damit die Route zu planen, z.B. Bahnhöfe und Busstopps, Naturdenkmäler und vieles mehr.

Natürlich sollte man nicht darauf vergessen, die Route (mit einem sinnvollen Namen ) zu speichern!

4, Routen in Komoot entdecken

Neben dem Routenplaner ist die Hauptfunktion von Komoot jene fürs “Discover”, das Entdecken.

Auf der Seite bzw. dem Tab kann man Routen finden, die andere geteilt haben und sie als geplante Route speichern.

Manche “Entdeckungen”, die man so machen kann, sind ziemlich interessant. In meiner üblichen Umgebung etwa finden sich aber praktisch gar keine solchen Routen, vielerorts sind sie auch keine Wege, die ich würde nutzen wollen.

Einerseits ist da das. Andererseits ist es wirklich einfach, wenn man eine interessante Route gesehen hat, auf “Create a copy of this tour” (Mach eine Kopie von dieser Tour) im Web bzw. einfach Save (Speichern) in der App zu drücken, was denselben Prozess wie für den Import einer Route von einer Datei startet.

Dementsprechend möchte ich diese Möglichkeit unbedingt erwähnt haben, glaube aber auch nicht, dass sie weiterer Erklärung bedarf.