Mit der Coros Vertix hat die Marke ihre Produktlinie hin zu einer Berg-Abenteuer-Uhr erweitert. Hier wollen wir einen Blick auf die Grundlagen werfen; Aussehen, Bedienung und Menü.

Menü-Walkthrough im Video

Für alle, die nicht so viel lesen wollen, gibt es den Blick durch das Menü der Coros Vertix auch als Video:

Der Look der Coros Vertix

Die Coros Vertix hat einen Gehäuseboden und eine Lünette aus Titan, ein Gehäuse aus einem Verbundmaterial und Sapphirglas mit DLC, Diamond-Like Coating.

Das Uhrenglas scheint noch etwas stärker zu reflektieren als schon normales Saphirglas, aber die Beschichtung lässt dafür Abdrücke von fettigen oder verschwitzten Fingern gar nicht erst aufkommen, wie ich das noch nie gesehen habe.

Coros Vertix
Coros Vertix, Gehäuseboden

Das Display

Das Display ist das übliche transflektive Display und dementsprechend eher stumpf, wenn nicht gerade Licht hindurch scheint. Mit Licht im Freien oder mit aktiver Hintergrundbeleuchtung – und die Vertix hat ihren eigenen Knopf nur für die Beleuchtung – ist das Display gut ablesbar.

Es ist kein OLED (das wesentlich höheren Batterieverbrauch hätte, aber die Farben sind ganz gut erkennbar.

Auf der einen Seite der Uhr liegt der Luftdrucksensor (gegenüber der Bedienknöpfe), ähnlich wie bei vielen Outdooruhren.

Bedienung

Die Coros Vertix wird über zwei Drücker und den digitalen Knopf in der Mitte bedient.

Der obere Knopf/Drücker ist nur für die Hintergrundbeleuchtung; der untere ist zum “Zurück”-Gehen in (bzw. eigentlich hinaus aus) Menüs und um das Schnellzugriffsmenü zu aktivieren; der digitale Knopf (eine digitale Krone, wenn man so will) dient als ein Rad zum Scrollen sowie ein Drücker.

Automatische Sperre

Eine automatische Sperre für die Knöpfe lässt sich separat für Uhrenmodus und für Sportmodi aktivieren; sie lässt sich ausserdem so einstellen, dass sie entweder durch Drehen der digitalen Krone oder dadurch, dass man diese länger hält, entsperrt wird.

“Drehen zum Entsperren” zeigt eine Skala am Display, anhand derer man sagen kann, ob man jetzt schon weit genug gedreht hat, um die Sperre aufzuheben.

Das ist wohl die sicherste Art, die Sperre aufzuheben, aber auch die gewöhnungsbedürftigste, weil man dazu schon mit einigem Eifer herumdrehen muss.

Halten zum Entsperren ist wesentlich nutzerfreundlicher, aber störungsanfälliger. Beim Wandern mit Stöcken oder wenn man sich mit gebeugtem Handgelenk an Steinen oder Seilen festhält, kann man den Knopf unabsichtlich gedrückt halten.

“Ziffernblätter”

Coros bietet eine Auswahl an Ziffernblättern.

Fünf davon können gleichzeitig in den Speicher der Uhr geladen sein, so dass man sie auf der Uhr auswählen kann. Bei manchen lassen sich auch “Themen”-Farben auswählen, aber nicht bei allen.

Weitere Ziffernblätter sind in der App auswählbar; will man eines davon neu auf die Uhr spielen, so muss man es praktisch mit einem der Ziffernblätter auf der Uhr austauschen. (Die App fragt also, wenn man ein neues Ziffernblatt in den Speicher der Uhr laden will, welches bereits vorhandene Ziffernblatt das ersetzen soll.)

Die meisten (wenn nicht alle) der Ziffernblätter haben ein Datenfeld (mit Schritten, Kalorien, Batterieladezustand, Höhe, manchmal auch Sonnenaufgangs-/-untergangszeiten), dessen Anzeige man mit einem Druck auf den unteren Knopf umschalten kann.

Sein eigenes Foto als Watchface zu bekommen oder derartiges gibt es nicht…

Coros Vertix, Seitenansicht

Grundlegende Displays

Scrollt man von der Zeitanzeige hinunter, dann findet man Displays, die folgendes anzeigen:

  • Tagesaktivität:
    Kalorienverbrauch, Schritte, aktive (inklusive Trainings-) Zeit und ‘gekletterte’ Stockwerke des Tages
  • Herzfrequenz
    (aktuell oben, unten Balkendiagramm für die letzten 6 Stunden mit Anzeige von Minimum/Maximum/Durchschnitt)
  • Seehöhe
    (aktuell oben, Diagramm für die letzten 6 Stunden mit Anzeige von Minimum/Maximum/Durchschnitt unten)
  • Luftdruck
    (aktuell und Diagramm für die letzten 6 Stunden mit Anzeige von Minimum/Maximum/Durchschnitt)
  • Temperatur
    (aktuell und Diagramm für die letzten 6 Stunden mit Anzeige von Minimum/Maximum/Durchschnitt)
  • Benachrichtigungen

‘Historische’ Daten

In den Herzfrequenz- und Outdoor-Displays (also Höhe, Luftdruck, Temperatur) kann man mit einem Druck auf die digitale Krone zu einem zweiten Display mit einem Diagramm, durch das man in der Zeit zurück scrollen kann (nach links, indem man die Krone dreht).

So kann man die Daten sehen, welche die Uhr über die Stunden zuvor in ihrem üblichen 10-Minuten-Intervall aufgezeichnet hat.

Besonders für Höhe und Luftdruck macht das einigen potentiellen Sinn.

Es ist allerdings auch etwas seltsam, denn mehr als 1-2 Stunden zurück zu scrollen wird, bei all der Dreherei, die das braucht, schnell ziemlich ermüdend. (Leider gibt es kein schnelleres Scrollen.)

Man muss die digitale Krone wieder drücken, um von diesen Displays zum Haupt-Display für den jeweiligen Datensatz zurückzukommen (von wo man dann wieder nach oben/unten zu den anderen Displays scrollen kann).

Erstes Menü

Mit einem Druck auf die Krone kommt man vom Zeitdisplay in die erste Hierarchieebene des Menüs.

Coros Vertix, erstes Menü

Hier findet man:

  • AI Trainer,
    das Logbuch für die aufgezeichneten Aktivitäten (weiter unten innerhalb dieses Menüpunkts) und zuerst einmal die Anzeige der abgeschätzten Stamina bzw. des Erholungszustands (oder die angenommene Zeit bis zu voller Erholung)
  • System
    Das Hauptmenü für Einstellungen, siehe unten
  • Sportmodi, welche ich so bezeichne, die aber eigentlich sofort als einzelne Menüpunkte angegeben werden.
    Auf der Vertix gibt es aktuell Sportmodi für:
    • Laufen
    • Indoor Lauf
    • “Streckenlauf” (Trail Run)
    • Bergsteigen
    • Hiking
    • Fahrrad
    • Indoor Bike
    • Poolschw(immen)
    • Freischw(immen)
    • Triathlon
    • In. Aerob (Gym Cardio; Indoor aerobes Training)
    • Out. Aerob (GPS Cardio; Outdoor aerobes Training)

System Menü

Im System-Menü findet man auf der ersten Ebene Einstellungsmöglichkeiten für

  • Nicht Stören-Modus
    (an oder aus)
  • Workout Interface
    (Sportmodus-Anzeige)
    • Hintergrundfarbe (weiss oder schwarz)
    • Schriftgrösse (mittel oder gross)
    • Auto-Scrollen (aus, 2/4/6/8/10 Sekunden)
  • Telefon koppeln
    (was den QR-Code anzeigt, den die Smartphone-App verwendet, um die Verbindung aufzubauen)
  • Zubehör
    • ANT+ hinzufügen
    • Liste gekoppelter Geräte
    • HR übermitteln
  • Kalibrieren
    • Seehöhe (per GPS oder unter Angabe einer bekannten Seehöhe)
    • Kompass
  • Mehr

“Mehr”-Menü

Dieses “Mehr”-Menü gibt Zugriff auf:

  • Sprache
    (Englisch, vereinfachtes oder traditionelles Chinesisch, Deutsch, Spanisch, Französisch)
  • Ziffernblatt (Watchface) und Farben
  • Hintergrundbeleuchtung
    (aus, ganztägig – “Immer”, automatisch)
  • “Tragehand”
    (links oder rechts; wird v.a. für Schrittzählung verwendet)
  • “Digital Krone”
    (links oder rechts; das flippt das Display und Button-Layout für Nutzung der Uhr als Linkshänder)
  • Vibration
    (Tastenvibration und Alarm Vibr.)
  • Töne
    (Tastentöne, Nachr. & Anruf Töne, Alarmtöne, Aktiv. Alarm Töne)
  • Auto. Sperren
    (in Standby/Uhrenmodus bzw. In Sportmodus; aus / Scrollen zum Entsperren / Halten zum Entsperren)
  • Einheiten
    (metrisch oder imperial)
  • Datum/Zeit
    (24-Stunden-Format; automatische Synchronisierung per App, Zeitzone; manuelle Einstellung von Datum und Zeit)
  • GPS
    (“normal” oder GPS+GLONASS)
  • GPS Daten
    (dahinter versteckt sich die Information, wie lange die per App heruntergeladenen Hilfsdaten noch gelten)
  • Höhen Alarm
    (an oder aus; warnt wenn aktiv wenn man auf über 2500 m Seehöhe ist und zu anstrengende Aktivität betreibt)
  • Geräteinfo
    (ID, Software-Version, etc.)
  • “Alle zurücksetzen”
  • Ausschalten

Schnellzugriffsmenü

Mit einem längeren Druck auf den unteren Knopf gelangt man in das kreisförmig angelegte Schnellzugriffsmenü.

Schnellzugriffsmenü

Es bietet einerseits schnellen Zugriff (was sonst?) auf Punkte aus dem Menü, andererseits noch ein paar weitere Funktionen:

  • Nicht Stören-Modus
  • Alarm
  • Kompass
  • HR Messung
  • UltraMax
    (drosselt die GPS-Suchrate um die Batterielaufzeit auf Kosten der Genauigkeit zu erhöhen)
  • Navi. Einstellungen
  • Map
  • Leistung in Höhe
    (Altitude Performance)
  • Stoppuhr
  • Timer
  • Ziffernblatt
  • Nachtmodus
    (um die Hintergrundbeleuchtung bis zum nächsten Sonnenaufgang aktiv zu halten)
  • System
    (Abkürzung in das System-Menü, wie oben beschrieben!)

Schnellzugriffsmenü in Sportmodi

Dieses Schnellzugriffsmenü ist auch in Sportmodi verfügbar (wo dann noch Workout-Einstellungen hinzukommen).

Während man Aktivitäten/Training aufzeichnet, ist es wichtig, falls man z.B. den Kompass braucht, UltraMax währenddessen aktivieren will, um extrem lange Aktivitäten aufzuzeichnen (was auf der Vertix dann allerdings Aufzeichnungen mit mehr als 60 Stunden Dauer – also so 2,5 Tage in Länge – bedeuten soll).

Navi. Einstellungen & “Map”

Die Navi. Einstellungen dort dienen v.a. dazu, eine Route zu aktivieren; “Map“/Karte zeigt eigentlich den Breadcrumb-Track, den man in einer Aktivität per GPS bisher aufgezeichnet hat. Sprich, das ist das Backtrack-Feature der Coros Vertix.

“HR Messung”

Mit “HR Messung” kommt man zu einer anderen Version des Displays für die aktuelle Herzfrequenz, das den Puls in grösserer Schrift und, in einem kreisförmigen Display rundherum, die dem Puls entsprechende Pulszone anzeigt. (Der andere Puls-Screen ist zwei Displays runter von der Zeitanzeige; er zeigt den aktuellen Puls oben in klein, darunter die Pulswerte der letzten 6 Stunden – wie oben schon erwähnt und gezeigt).

“Leistung in Höhe”

“Leistung in Höhe” (altitude performance) ist das spezielle Höhen-Akklimatisierungs-Feature der Vertix, welches spO2-Messung mit Höhendaten (und sogar Daten zur Leistung in Aktivitäten, also Puls und/pro Distanz, Höhendifferenz, wenn ich das richtig verstanden habe?) kombiniert, um einen Hinweis auf die bisherige Akklimatisierung an die Höhe zu geben.

Damit wären wir das alles durch. Zeit für Training – und damit, mehr Daten.