Diesmal kein explizites How-to, aber einen Blick auf die Garmin fenix 5X und das, was sie dank ihrer eingebauten topografischen Karten für Funktionen bietet, wollte ich schon werfen.

Netterweise bietet Garmin für Tester die Möglichkeit, die Uhr für 30 Tage zu leihen, also konnte ich dies tun…

Teil 1, ein Blick auf die Funktionen und meine Eindrücke der Uhr, ist hier.

In dem Zusammenhang:
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Die Besonderheit der Garmin fenix 5X: Karten am Handgelenk

Ohne Zweifel die herausragende Besonderheit der Garmin fenix 5X sind natürlich die topografischen Karten, die sie gleich selbst anzeigt. (Okay, genau genommen hat das schon die Garmin Epix geboten…)

Und es sind eben nicht nur einfach Karten, es werden auch zahlreiche Funktionen geboten, die das Kartenmaterial nutzen, wie es sonst nur grössere, wenn nicht Auto-, GPS-Geräte machen, z.B. mit POI und Navigationshinweisen entlang einer Route!

Wie man sehen kann, gibt es manchmal gewisse Verzögerungen, bis eine Karte bzw. ein neuer Zoom-Level auf der Karte geladen ist; die fenix 5X lässt mich auch den Touchscreen einer Suunto Spartan zu schätzen wissen – aber diese Uhr ist ziemlich einmalig in ihren Funktionen, und diese funktionieren ganz schön gut.

Navigation in der Praxis

So ein “Um mich” (wie im Video oben zu sehen) ist natürlich nicht das grosse Interesse bei einer solchen Outdoor-/Sport-Uhr. Wesentlich interessanter ist die Navigation.

Auf der fenix 5X, da bedeutet Navigation nicht nur, der Linie eines “Course” (einer Route) zu folgen. Von dieser Uhr bekommt man sogar Hinweise auf (manche) der Abbiegungen, die man nehmen muss, mit Hinweis-Biepsern und Richtungspfeilen…

Man kann der Uhr ausserdem sogar sagen, ohne zuvor eine Route speichern zu müssen, dass sie einen einfach für einen Lauf oder eine Radtour entlang einer Rundtour lotsen soll, ohne dafür zuvor eine Route kreieren zu müssen. Oder man sagt am Weg, dass man nun gerne wieder zurück nach Hause bzw. an den Anfang geleitet werden würde (wie im obigen Video im schnellen Einwurf aus Rom, wo ich diese Funktion ausprobiert hatte).

Alles sehr nett, eine sehr interessante Nutzung einer solchen Uhr… und doch etwas die Frage aufwerfend, wie gut das ist, wenn wir uns so sehr von einer blossen Uhr leiten lassen wollen…

Wie aber sieht die Navigation nun in der Praxis aus? So:

Ein paar Notizen zum Video:

  1. Warum die “Course Points” (Wegpunkte) nicht angezeigt wurden, ist mir nicht klar. Sie sind auf dem Course jedenfalls gespeichert, und ich denke doch auch, dass ich diesen am Schluss erst bzw. noch einmal mit der Uhr synchronisiert habe. Aber vielleicht ist ja dabei doch etwas (bei mir) schief gegangen.
  2. Der “Course” wurde von einer früheren GPS-Aufzeichnung importiert… und die fenix 5X macht überdeutlich, dass diese Aufzeichnung Probleme gehabt hatte. An der Stelle, wo GPS meistens Probleme macht, dort war ich “vom Kurs abgekommen”… aber laut der Landkarte auf der 5X, die den Wanderweg und meine Position anzeigen konnte, war ich exakt auf dem Weg.
fenix5X zeigt klar, dass ich am Wanderweg bin (und die Route am falschen Ort eingezeichnet ist)

Das Display, mit dem die fenix5X klar macht, dass ich auf dem Wanderweg bin, auch wenn ich als ab-vom-Kurs angezeigt werde – weil die Route falsch eingezeichnet ist. Das andere typische GPS-Problem (also, Problem bei der Nutzung von GPS)

Meine Eindrücke

Für mich persönlich hinterlässt diese Art Navigation sehr gemischte Eindrücke.

Positiv

Landkarten gleich am Handgelenk zu haben, insbesondere wenn sie so gut sind, wie das Kartenmaterial hier zu sein scheint, ist grossartig.

Es waren alle Trails, die ich genommen habe, und ohnehin alle Strassen, darauf zu finden und die schnelle Navigation hat auch sehr gut funktioniert.

Die Navigationshilfe (mit “Abbiegehinweisen”) hat mich auch etwas von meiner Position, dass ich dies nicht wollen würde, abrücken lassen.

Mögliche Probleme

Ich komme trotzdem nicht umhin, mich zu wundern, wie gut das mit den Karten noch funktionieren würde wenn man irgendwohin reist, wofür man neues Kartenmaterial braucht bzw. dieses nicht so gut ist. (Es ist erstaunlich viel Material gleich auf der Uhr gespeichert, aber natürlich wird zwischen verschiedenen Regionen/Erdteilen unterschieden, wie bei solchen GPS üblich.)

So gut wie die schnelle Navigation in Rom auch funktioniert hat, so nervig war sie, als ich viele Abbiegungen auf engem Raum machen musste und darum quasi konstantes Biepen von der Uhr kam. Und andererseits, wie im Video zu sehen, gab es Situationen, da musste ich um eine Kurve, aber die Uhr hat erst eine spätere Abbiegung angezeigt, nicht die aktuelle.

Da wäre es mir dann eher schon lieber, gleich mehr selbst denken zu müssen und nur der Route/Linie folgen zu können, ohne Landkarten – und ich muss doch auch von dieser Einstellung etwas abrücken, denn Landkarten im Hintergrund zu haben kann schon sehr hilfreich sein, wenn man an Stellen kommt, an denen mehrere Wege zusammenkommen und die Linie der Route alleine nicht so ganz eindeutig ist.

Vielleicht die zwei grössten potentiellen Schwachpunkte hier:

Die App ist, wie so ziemlich alles fenix-bezogene, extrem reich an Funktionen. Routen allerdings kann man in ihr nicht gestalten, dafür braucht man Zugang zur Connect-Webseite (oder man müsste mit der Route auskommen, die die fenix 5X selbst produzieren kann, sollte diese für einen richtig sein).

So weitgehende Hilfestellung, wie man sie hier bekommt, produziert ein wenig zu viel Vertrauen auf die Fähigkeiten der Technologie… aber man kann die Uhr nicht leicht (oder gar nicht) am Handgelenk aufladen und die Batterie würde nicht lange genug für einen Ultramarathon halten. Das halte ich für eine etwas riskante Kombination.

Es ist aber wie immer, man muss schon für sich selbst entscheiden, ob die Kombination an Funktionen und Fähigkeiten, Preis und Leistung, für einen selbst richtig ist

 

In Folge: Vergleiche der (GPS-)Daten und die Connect App/Webseite

 

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