Suunto 7 Erfahrungen in den Bergen 1: Sonnsteine Trail

Der Trail, den ich noch mit allen Uhren besucht habe, diesmal mit einem Schwerpunkt auf der Suunto 7…

GPS Track(s)

In Sachen Position und Tracks sind die Unterschiede die üblichen; sie sind wenigstens ebensosehr den unterschiedlichen Algorithmen der verschiedenen Uhren geschuldet wie den tatsächlichen Positionsbestimmungen.

Dieser komplette Überblick ist so weit, wie man auf Google Maps (mit der “Terrain”-Option aktiv) hineinzoomen kann, ohne die topographischen Linien zu verlieren. Weiter hinein, und die meisten Details verschwinden.

Verbleibende Details beinhalten noch die Strassen und auch den Trail, den ich hier gegangen bin – aber wie genau der eingezeichnet ist und wie genau ich den tatsächlich gehe, das ist fraglich.

Jedenfalls nicht viel zu erkennen.

Beim genaueren Blick werden ein paar Unterschiede augenfällig.

Die Polar Vantage V hat eine Tendenz, weiter weg von den anderen Uhren zu stehen. Vielleicht lag das daran, dass ich sie über meine linke Hand getragen habe.

Suunto 9 und Garmin fenix 6X Pro zeigen ziemlich ähnliche Tracks; die Suunto 9 zeigt allerdings sehr gut, welchen Einfluss der GPS-Algorithmus auf die “Klarheit” des Tracks hat: dessen früheres “Mäandern” ist weg. Meistens ist das gut, es bewirkt allerdings schon, dass die Suunto 9 jetzt manche der Kurven und Drehungen verpasst.

Die Suunto 7, andererseits, reagiert auf jegliche Drehung etwas zu sehr und übertreibt es dadurch an all den Stellen, an denen ich plötzlich die Richtung geändert habe, mich aber auch nicht so weit gedreht habe, wie sie es zeigt.

Man sieht das auch ganz gut bei den Abschnitten auf Bergtrails. Hier wird auch deutlich, welche Uhren ich links bzw. rechts getragen habe (Polar Vantage V auf meiner linken Hand, Suunto 7 am linken Handgelenk, Suunto 9 auf der rechten Hand, Garmin fenix 6X Pro am rechten Handgelenk).

Ich würde sagen, dass die “neue Klarheit” der Suunto 9 am deutlichsten bemerkbar ist; die Suunto 7 reagiert ziemlich ähnlich wie alle anderen der Uhren hier.

Wieder zurück vom Trail auf die Strasse, vom Wald in den Ort: dasselbe.

Die Suunto 9 simplifiziert den Track vielleicht ein wenig mehr, als ideal wäre; Suunto 7 und Garmin zeigen mehr hin-und-her aber sehen gut aus, die Polar Vantage V produziert ein paar Seltsamkeiten.

Distanz

Entfernungsmessung auf Trails, mit ihren Kurven und Drehungen, Starts und Stopps, ist (noch) nicht die Stärke der Suunto 7.

Suunto 77.83 km
Suunto 96.69 km
fenix 6X Pro6.95 km
Polar Vantage V6.53 km

Mit ihrer empfindlichen Reaktion auf Richtungsänderungen zählt die Suunto 7 etwas mehr an Distanz. Bei den ständig hin-und-her-gehenden Trails hier wäre ich mir nicht sicher, was wirklich die echte Distanz ist… aber ich habe hier eine ganze Geschichte an Testläufen über Jahre, wir können also einen Blick auf statistisch(er)e Daten werfen.

Der Blick auf die Distanz(en), die im Lauf der Zeit aufgezeichnet worden waren, der zeigt jedenfalls, wie dieser Wert auf allen Uhren auseinanderdriftet – aber bei der Suunto 7 eben mehr als bei anderen.

Pace

In Anbetracht der unterschiedlichen Distanzen – und man darf auch nicht vergessen, dass dies eine Aktivität irgendwo zwischen Wandern und Berglaufen, in den Bergen, auf mäandernden Trails, war – sollte sich die Geschwindigkeitsmessung sehr unterschiedlich gestaltet haben.

Was sie auch getan hat.

Im Vergleich, quer durch, unterscheiden sich die Paces pro km praktisch ständig und zwischen allen der Uhren, voneinander und vom Durchschnitt (als durchgehende Linie eingezeichnet)…

oHR-Pulsmessung

Wie im Video auch angesprochen war dieses kleine Trailabenteuer ein gutes Beispiel für das Problem mit oHR… unabhängig von Marke/Sensor.

Die Polar Vantage V und die Suunto 9 waren beide auf meinen Händen und mit demselben Polar H10-Pulsgurt verbunden… und ihre unterschiedliche Verbindungsqualität(?) und/oder Algorithmen haben selbst so gewisse Unterschiede in der Pulsmessung produziert.

Suunto 7 und Garmin fenix 6X Pro allerdings wurden beide durch die Kälte und den damit einhergehenden reduzierten Blutfluss in meine Hände schön verwirrt. Sie haben beide eine Herzfrequenz aufgezeichnet, die weit unterhalb meines tatsächlichen Pulses lag.

Höhenaufzeichnung

Was die Höhenprofile angeht, gibt es die übliche Ähnlichkeit auf unterschiedlichen Werten. Wie üblich hatte ich mich nicht damit abgegeben, die Uhren vor meinem Aufbruch auf dieselbe Anfangs-Seehöhe einzustellen, so dass sie darin eine gewisse Differenz gezeigt haben – die sie allerdings auch, zumindest grossteils, beibehielten.

Die Höhenprofile sind damit zumindest ähnlich genug, um nützlich zu sein… ausser eines Problems mit der Polar Vantage V. (Die hat, beim zweiten Gipfel, irgendwie überkorrigiert.)

Suunto 7 und Suunto 9 Baro sind hier übrigens die zwei Höhenprofile, die sich fast perfekt gleich zueinander verhalten.

Es ist allerdings immer gut, sich die Aufstieg-/Abstieg-Werte auch separat anzusehen:

Suunto 7771 m +821 m –
Suunto 9787 m +824 m –
fenix 6X Pro830 m +788 m –
Polar Vantage V825 m +820 m –

Das Resultat ist etwas seltsam.

Suunto 7 und Suunto 9 Baro haben sich auch in diesen Werten sehr ähnlich zueinander verhalten, nicht nur im Höhenprofil. Sie haben wahrscheinlich auch sehr ähnliche Algorithmen am Laufen, aber das hat schon auch ziemlich dieselben Messwerte und Höhenberechnungen gebraucht.

Die Resultate von fenix und Vantage erscheinen etwas seltsam; ich bin mir ziemlich sicher, dass diese Tour weniger Aufstieg als Abstieg hat, zumindest in die Richtung, in die ich unterwegs war.

Mit anderen Algorithmen und wohl Messfehlern (zumindest bei der Vantage V, wie man sie schliesslich auch im Höhenprofil sehen kann) ergibt sich wohl schnell ein solcher Unterschied – aber der Vergleich mit anderen Daten die ich hier zuvor gesammelt hatte, der wird damit nur noch einmal so interessant!

Suunto 7 Batterielaufzeit in den Bergen

Irgendwie hatte ich es geschafft, hier schneller zu sein, als ich es erwartet hatte (und zuvor, wenn ich mich richtig erinnere) je war. Damit war ich nur für ziemlich genau 2 Stunden unterwegs.

Die Suunto 7 hatte am Anfang der sportlichen Tour noch 90% Batterie.

Am Ende: 45%

Das ist schon ein ordentlicher ‘Verlust’ an Batterie. Er ist ähnlich wie unter einfachen GPS-Bedingungen, diese machen also womöglich keinen grossen Unterschied. Spezielle Einstellungen habe ich aber auch nicht geändert, wie etwa Bluetooth und damit die Benachrichtigungen auszuschalten,

Tatsächlich musste ich, nachdem ich die lokalen Karten für diese Region nicht zuvor heruntergeladen hatte, die BT-Verbindung zum Smartphone nutzen, um die Landkarten laden zu können – was binnen Sekunden erledigt war, nicht viel langsamer als eine Garmin braucht, um ihre eingebauten Karten zu laden.

Ein üblicher Hinweis scheint hier, wie immer angebracht: Wer eine Suunto 7, mit WearOS, mit einer eigens für Sport/Outdoor gebauten Uhr vergleicht, der ist selbst schuld 😉

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2 Kommentare

  1. Servus, Danke für’s Teilen Deiner Erfahrungen mit Sportuhren – ist ja ein komplexes Thema! Bin gerade dabei mir eine neue anzuschaffen und bin im ,wigl-wagl’ :).
    Wichtig sind mir OutdoorFunktionen, lange Batterielaufzeit für Ultras und genaue Daten zu Strecke und Höhenmeter …….. welche würdest Du nehmen? (Schwanke zwischen Baro 9 und 6xPro) DANKE LG Christoph

    • Über die fenix 6X Pro kommt von mir demnächst zumindest ein Video… das ein ziemlicher Rant ist. Allerdings nicht, weil die Uhr schlecht wäre, nur halt ein paar Blödheiten für genau mich :-p

      Zwischen den beiden lässt sich immerhin ganz gut unterscheiden: fenix, wenn man alles und dann noch ein wenig mehr will, um nur ja sicher zu sein, dass man für sein Geld ordentlich was bekommt. Hilft auch, wenn man gerne Anpassungen an der Uhr selbst vornimmt (Sportmodus-Anzeigen ändert, usw.). fenix bringt auch die Topo-Karten, zumindest für die Region, wo man sie gekauft hat. (Das ist so ein Punkt, wo sie mir Probleme macht.)
      Insgesamt ist Garmin viel mehr darauf aus, Dinge entweder automatisch zu machen (z.B. Firmware-Updates per WiFi) oder sehr “entgegenkommend” zu sein.

      Suunto ist viel mehr für die, die selber wissen, was sie brauchen, aber halt Hilfestellung und Datenaufzeichnung dabei haben wollen. Keine Karten, wenig an quasi-Smartwatch-Funktionen, dafür halt (meistens) treue Begleitung, die sich nicht in den Vordergrund spielt 😉

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